Griechen. Vom zweiten bis zum dritten Perser-Kr ieg. zzz
stellte, natürlich auch die ganze Verantwortlichkeit für den Ausgangdes kostspieligen Unternehmens auf sich. Das Volk ging auf seinenVorschlag ein, und übertrug ihm selbst das Cominando. Miltiadcswandte sich zunächst gegen die Insel Paros, deren Bewohner nichtallein den Persern gehuldigt, sondern sie sogar mit einem Kriegs-schiff unterstützt hatten. Das Glück war den Athenern nicht günstig:Miltiades belagerte die Hauptstadt der Insel sechsundzwanzig Tagelang, und sah sich hierauf in Folge eines Sturzes, der ihm einschweres Leiden zuzog, genöthigt, mit seiner Flotte nach Athen zu-rückzusegeln. Hier ward er sogleich wegen der von ihm angerathe-nen Unternehmung vor Gericht gezogen. Man hatte ihm, der imChersoneö als Fürst geherrscht hatte, nie recht trauen wollen, undder demokratische Sinn der Athener erweckte in ihnen stets einestarke Eifersucht gegen alles, was über Andere hinaus strebte. DieAlkmäonidcn, welche durch Miltiades in den Hintergrund gedrängtworden waren, benutzten diesen Geist der Bürger, und Xanthip-Pus, das Haupt derselben, klagte den Sieger von Marathon aufTod und Leben an, weil derselbe die Athener durch das gegebeneVersprechen großer Vortheile zur Ausrüstung einer Flotte und einesHeeres veranlaßt und, wie der Ausgang der Sache zeige, dasVolk auf Kosten der Staatskasse und des Lebens vieler Bürger ge-täuscht habe. Miltiades konnte, da sein Übel sich verschlimmerthatte, sich nicht selbst vertheidigen, und seine Freunde vermochtennur die Todesstrafe von ihm abzuwenden. Er wurde aber zurBezahlung der auf den Zug gegen Paros verwendeten Kosten,einer Summe von fünfzig Talenten (130,000 st. oder 72,000 Thlrn.),verurtheilt, und in Folge dieses Spruches ebenso behandelt, wienach athenischem Rechte jeder Bürger, d. h. er war bis zur Be-zahlung der dem Staate schuldigen Summe von allen bürgerlichenRechten suspendirt und nöthigenfalls der persönlichen Haft unter-worfen. Diese Verurtheilung deS Befreiers von Athen ist von derspäteren Zeit falsch beurtheilt worden, indem man dieselbe als einVerbrechen schändlicher Undankbarkeit den Athenern zum Vorwurswachte. Miltiades starb bald darauf an seiner Krankheit; ob imGefängniß, wie einige Schriftsteller des späteren Alterthums sagen,'st ungewiß. Sein nachher berühmt gewordener Sohn Cimonbezahlte die schuldige Summe, für welche, nach athenischem Recht,
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