352 Geschichte der alten Welt.
wird berichtet, daß ein athenischer Bürger gleich nach dem Ende ^der Schlacht in vollem Laufe nach Athen geeilt sei, um seinen Mit-bürgern die Siegesbotschaft zuerst zu überbringen, und daß derselbe aufdem Markte angekommen mit den Worten: „Freuet euch, wir haben >
gesiegt!" todt niedergestürzt sei. Am Tage nach der Schlacht ka- j
men die Spartaner, zweitausend Mann stark, bei Marathon an. i
Sie waren gleich nach dem Vollmond ausgerückt und so schnell !
marschirt, daß sie den Weg nach Athen, welcher dreißig deutscheMeilen betrug, in drei Tagen zurücklegten.
Unmittelbar nach der Schlacht segelte die persische Flotte, vonwelcher sieben Schiffe in die Hände der Athener gefallen waren, >an der Küste von Attika her, um die Stadt Athen noch vor derRückkehr ihres Heeres zu überrumpeln; allein Miltiades, der dieseAbsicht merkte, kam ihr zuvor, und die Perser fuhren daher, alssie vor dem Hafen der Stadt angekommen waren, sogleich wiederin die hohe See. Sie segelten, da der Winter vor der Thür war,gerades Weges nach Asien zurück. Gegen die gefangenen Eretrier,welche sie mit sich nahmen, zeigte sich Darms ebenso menschenfreund-lich, wie einst gegen die gefangenen Milesier: er schenkte ihnen die !
Freiheit, und wies ihnen einen Ort im Innern seines Reiches an, '
wo sie sich ansiedelten.
3. Die Zeit zwischen dem zweiten und dritten ^Perser-Krieg.
Den Athenern gebührte es natürlich, diejenigen Griechen zu be-strafen, durch welche die Perser bei ihrer Unternehmung begünstigt wor-den waren. Sie mußten dazu um so eher geneigt sein, als dies ihneneinen gerechten Vorwand zur Erweiterung ihrer Macht gab, und dieärmeren Bürger dadurch eine Gelegenheit erhielten, sich auf Kostender Besiegten zu bereichern. Miltiades faßte dies als nächstes Zielder athenischen Politik ins Auge, und forderte die Athener zur Aus-rüstung einer Flotte von siebenzig Schiffen auf, beging aber dabeiden Fehler, daß er seine eigentliche Absicht nicht aussprach, unddiejenigen, welche er bekämpfen wollte, nicht einmal mit Namennannte, sondern nur ganz im Allgemeinen die Bereicherung derAthener und die Erweiterung ihrer Macht als den Zweck der Er-pedikion angab. Miltiades nahm, indem er einen solchen Antrag