Griechen. Dritter Perser-Krieg. zgz
wohnenden thessalischen Völkerschaft der Malier angehörte. Es gabnämlich einen wenig gekannten Fußsteig über das Gebirg, aufwelchem man mit Umgehung der Thcrmopylen nach Mittelgriechen-land gelangen konnte. Diesen zeigte Ephialtes, durch die Hoffnungauf Belohnung gereizt, dem Perser-König an. Der Verräther sahsich später genöthigt, vor der Rache seiner Landöleute aus seinerHeimath zu entfliehen; die Amphiktponen setzten aber einen Preisauf sein Haupt, und er wurde einige Zeit nachher von einemGriechen aus der Stadt Trachis erschlagen.
Durch Ephialtes Verrath wurden die Perser vom Unterganggerettet, und der von den Griechen entworfene Plan des Feldzugsvereitelt. Ephialtes führte die Schaar der Unsterblichen nächtlicherWeile über das Gebirg, damit, wenn sie an dem jenseitigen Fußedesselben angekommen wäre, das griechische Heer zu gleicher Zeitvon vorn und hinten angegriffen werde. Als die Perser mit Tages-anbruch auf die Höhe des Gebirgs kamen, fanden sie dieselben vontausend Phokiern besetzt, welche Leonidas aus Vorsicht gleich an-fangs zur Bewachung des Pfades dort aufgestellt hatte. Diesewurden von den Persern seitwärts in das Gebirge gedrängt, dannstiegen die Letzteren so schnell als möglich bergab, um den gemach-ten Anschlag auszuführen; doch ward Leonidas durch einen Über-läufer vom persischen Heere, einem Griechen aus der kleinasiatischenStadt Kumä, noch zeitig genug von dem, was vorging, in Kennt-niß gesetzt. Er hielt sogleich in der ersten Stunde des Tages einenKriegsrath. Alle seine Bundesgenossen erklärten den ferneren Kampffür nutzlos, und beschlossen so schnell als möglich die Thcrmopplenzu verlassen, mit alleiniger Ausnahme der kleinen Schaar aus derböotischen Stadt Thespiä. Leonidas selbst hielt es für Pflicht desSpartaners, da, wo nur ein schneller, fluchtähnlicher Rückzug oderdie Aufopferung des Lebens möglich war, das Letztere zu wählen.Ein Spruch des delphischen Orgkels, der den Spartanern gleicham Anfang des Kriegs verkündet hatte, daß entweder Sparta odereiner seiner Könige fallen werde, sowie der Gedanke an die Un-sterblichkeit seines Namens und an die Wirkung, welche das vonihm gegebene Beispiel aufopfernder Vaterlandsliebe bei Mit- undNachwelt hervorbringen müsse, bestärkten und ermuthigten ihn inseinem heldcnmüthigen Entschlüsse. Er ließ alle Bundesgenossen