Griechen. Dritter Perser-Krieg. Z77
konnten. Hier wurde nach kurzer Berathung seine Aufforderungmit der Erklärung zurückgewiesen, daß, so lange die Sonne ihrengewohnten Lauf nähme, Athen sich nie mit den Persern befreundenwerde, sondern im Vertrauen auf den Beistand seiner Götter, derenTempel und Statuen Lerres zerstört habe, zur Vertheidigung gegendie persische Macht entschlossen sei, und daß der König Alexander,wenn er die Athener zu Freunden behalten wolle, ihnen nie mehrein solches Anerbieten machen solle.
Nach Alerander's Rückkehr brach Mardonius mit seinem Heereauf, und rückte, ohne irgendwo Widerstand zu finden, bis in dasLand Attika vor. Die Spartaner benahmen sich elend; sie hörtenauf die Bitten der Athener nicht, wollten nur den Zugang zumPeloponneS vertheidigen, und gaben Athen den Persern preis. DieAthener wurden dadurch genöthigt, ihre Stadt zum zweiten Malezu verlassen und mit Hab und Gut nach Salamis zu flüchten; dochhatten sie setzt wenigstens nichts auf dieser Insel zu befürchten, dakein persisches Schiff sich auf der europäischen Seite des Archipe-lagus befand. Von der menschenleeren Stadt Athen aus schickteMardonius einen Gesandten nach Salamis, um zw versuchen, obdie von ihren Verbündeten treulos verlassenen Athener vielleicht^ setzt zu dem persischen Bündnisse sich bewegen lassen würden. Sein Ge-sandter wurde aber gar nicht in die Volksversammlung zugelassen,sondern nur vor dem Rath der Fünfhundert angehört, und vondiesem sogleich unverrichteter Sache zurückgeschickt. Einer der Se-natoren, Lykidas, hatte bei der Berathung den Antrag gestellt, dasAnerbieten der Perser anzunehmen und zur weiteren Bcschlußnahmevor dieVolksversammlung zubringen; darüber waren aber seine Mit-bürger so ergrimmt, daß man sogleich über ihn herfiel, und ihn zuTode steinigte. Ja, Herodot erzählt sogar, athenische Weiber wä-ren auf die Nachricht davon in Lykidas Haus eingebrochen, undhätten auch dessen Frau und Kinder getödtet.
In Sparta, wohin die Athener, Plattier und Megareer Ge-sandte geschickt hatten, wollten die Ephoren, welche damals bereitsdie größte Macht besaßen, von einem Kampfe außerhalb der Halb-! >nsel durchaus nichts wissen; endlich aber gelang esPausänias I.,
' welcher als Vormund des mindersährigen Sohnes des LeonidasAgierte, ihren Einfluß zu beseitigen und die Gewährung der von