378 Geschichte der alten Welt.
den Athenern verlangten Hülfe durchzusetzen. Er marschirte mitfünftausend Spartanern, von welchen jeder sieben leichtbewaffneteHeloten bei sich hatte, und zu denen später noch fünftausend Pe-riöken mit je einem solchen Heloten kamen, nach Mittelgriechenlandab. Die Todfeinde der Spartaner, die Argiver, verfehlten nicht,Mardonius davon sogleich zu benachrichtigen, und dieser zog nun,nachdem er Attika verwüstet und Athen völlig zerstört hatte, nachVöotien. Als das spartanische Heer, dem sich auch die übrigenPeloponnesier angeschlossen hatten, in Mittelgriechenland ange-kommen war, vereinigten sich mit ihm außer den Truppen derMegareer, Platäer, Aegineten und anderer Völkerschaften auch acht-tausend Athener. Diese standen unter dem Befehle des Aristides,welcher nach seinem ruhmvollen Benehmen bei Salamis wieder nachAthen zurückgerufen worden war. In Böotien angekommen, lagertensich die Griechen, über welche Pausanias den Oberbefehl führte,den Persern gegenüber, und nach einigen kleineren Gefechten kames endlich, im September des Jahres 479 v. Chr., zu der ent-scheidenden Schlacht bei Platää. Kur; vor derselben war un-ter den Griechen ein Zwist ausgebrochen, der ihnen leicht hätteSchaden bringen können, den aber Aristides durch sein wackeresBenehmen bald beseitigte. In den Schlachten der Griechen näm-lich galt der rechte Flügel für den ersten und der linke für denzweiten Ehrenposten. Jener war von jeher stets den Spartanerneingeräumt worden, um diesen aber entstand jetzt ein Streit zwi-schen den Bürgern der arkadischen Stadt Tegea, welche im pelo-ponnesischen Bundesheer diesen Posten seither immer eingenommenhatten, und den Athenern, als der mächtigsten und angesehenstengriechischen Völkerschaft nächst den Spartanern. Die Tegeatensuchten ihre Ansprüche durch eine ausführliche Darstellung der glänz-enden Thaten ihrer Vorfahren zu begründen; der edle Aristidestrug aber, durch den Ausdruck der würdigsten und ehrenhaftestenGesinnung, den Sieg über sie davon. „Wir sind, sprach er imNamen der Athener, nicht hieher gekommen, um Reden zu halten,sondern um das Heer der Barbaren zu besiegen. Auch wir Athenerkönnten, wie die Arkadier, uns großer Thaten der Vorzeit rühmen;allein es kommt nicht darauf an, was wir einst waren, sondernwas wir jetzt sind, und da können wir uns sowohl auf andere