Griechen. Vom dritten Perser-Krieg bis zu Cimon'ö Tod. 385
gekommen wären; denn man mußte bei einer so hinterlistigen Po-litik sich gegen den Fall sicher stellen, daß die Spartaner die Ge-sandten Athen's nicht wieder entlassen und an ihre Freigebung Be-dingungen knüpfen würden.
Durch seine beiden Collegen erhielt endlich Themistokles dieAnzeige, daß die Mauern der Stadt die nöthige Höhe hätten, umzu einer Vertheidigung ausreichen zu können. Jetzt warf er dieMaske ab. Er erklärte dem spartanischen Senat, die Athener, derenStadt jetzt gegen feindliche Angriffe hinlänglich gesichert sei, wüßtenselbst zu beurtheilen, was sowohl ihnen als auch dem gesammtengriechischen Volke nützlich sei, nach ihrer Meinung wäre die Be-festigung von Athen auch in letzterer Beziehung durchaus nöthiggewesen; außerdem müßten aber bei einer Verbindung mehrererStaaten diese durchaus entweder alle den gleichen Schutz ihrerSelbstständigkeit haben, oder insgesammt demselben entsagen. Derspartanische Senat war zwar in seinen Absichten betrogen, konnteaber doch gegen die Athener jetzt nichts mehr unternehmen. Erentließ also die athenischen Gesandten, und auch die spartanischenkehrten jetzt nach Hause zurück.
Das Nächste, was Themistokles that, um Athen zu heben,war, daß er der Stadt einen neuen Hafen gab und diesen be-festigte. Er hatte dazu eine im Westen des Hafens Phalerum gelegeneund zwei Stunden von. Athen entfernte Bucht ausersehen, welcheder Piräus hieß. Diese Bucht, welche drei Häfen bildete und eineziemliche Zahl Schiffe fassen konnte, war auf Themistokles Antragschon vor dem dritten Perser-Kriege besser eingerichtet worden; jetztaber bewirkte er, daß dieselbe auf der Landseite ringsum mit einersehr starken Mauer umgeben wurde. Diese ward mit der größtenRücksicht auf Dauerhaftigkeit und Festigkeit gebaut, und war schonim zweiten Jahr nach der Schlacht bei Platää vollendet. Auchhierbei hatte Themistokles die Schlauheit der Spartaner zu täuschenund ihr Mistrauen zu beschwichtigen gewußt.
Unterdessen war die verbündete Flotte der Griechen, unterPausanias Anführung, mit der Befreiung der griechischen Städteam Hellespont und der noch von den Persern besetzten Inseln be-schäftigt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Stadt Byzanz,das heutige Konstantinopel, angegriffen, und nach einer langen
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