A8K Geschichte der alten Well
Belagerung durch Sturm erobert. Hier geriechen, sehr viele Perservon hohem Rang in die Gefangenschaft der Sieger: ein Umstand,welcher zufälliger Weise nicht wenig zur Entwickelung der athen-ischen Oberherrschaft beitrug. Der König Pausanias nämlich, einstolzer und herrschsüchtiger Mann, war voin Glücke geblendet wor-den, und hatte eine Bahn betreten, welche ihn ins Verderbenführte. Er hatte bei Platää den glänzendsten Sieg erfochten,welchen, wie Herodot sich ausdrückt, die Griechen kannten, unddurch den ihm bei dieser Gelegenheit zugefallenen Antheil an derBeute hatte er einen Reichthum erlangt, der für einen Spartanerallzu groß war. Die glücklichen Unternehmungen, welche er hier-auf an der Spitze der griechischen Flotte machte, steigerten seinenUebermuth, und vermehrten durch reiche Beute seine Schätze. Vondieser Zeit an strebte er nicht allein nach dem bleibenden Besitz derspartanischen Königömacht, die ihm als Vormund seines jungenVetters nur auf bestimmte Zeit übertragen war, sondern er wollteauch unumschränkt und über ein größeres Gebiet herrschen. SeinemSinne entsprach die willkürliche Gewalt, welche die blos von einen,einzigen Manne und auch von diesem im Grunde nur der Formnach abhängigen persischen Satrapen besaßen, weit mehr, als dieRegierung eines spartanischen Königs, dessen Bestrebungen undHandlungen von Senat und Ephvrcn stets mit eifersüchtigen Augenüberwacht wurden. Ebenso miöficl ihm die. einfache und einförmigeLebensweise, zu der Lpkurg's Gesetze den Spartaner verdammten,im Vergleich mit der Pracht und Schwelgerei, in welcher die persi-schen Großen auf Kosten ihrer Unterthanen lebten. Er beschloßalso durch Verrätherei zugleich seine» Stolz und seine Herrschsuchtzu befriedigen. In Byzanz erhielt er eine gute Gelegenheit, diesins Werk zu fetzen. Er fand hier nämlich unter den Gefangenenviele Perser aus den vornehmsten Geschlechtern, und kam zu gleicherZeit mit einem Griechen, dem Eretrier Gongylus, in Verkehr,welcher zur Zeit des Darius ebenfalls sein Vaterland verrathenhatte, und dafür mit dem Besitz von vier einträglichen äolischenStädten belohnt worden war. Mit diese», entwarf er seinen Plan.Er übergab ihn, den Oberbefehl in Byzanz und die Bewachungjener Gefangenen. Gongylus ließ der genommenen Abrede gemäßbald darauf die Letzteren entfliehen, und überbrachte dem Perser-