Band 
Erster Band.
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Geschichte der alten Welt.

Pausamas wurde in Sparta zwar vor Gericht gestellt, ent-ging aber durch seinen Einfluß der Strafe. Seine berrschsüchtigenPläne gab er nicht auf, sondern er beschloß vielmehr die Verbind-ung mit den Persern zu unterhalten, mit ihrer Hülfe das spar-tanische Ephorat aufzuheben, und sich eine unumschränkte Königs-gewalt zu verschaffen. Zu diesem Behufe kehrte er als Privat-mann nach Byzanz zurück, und setzte von hier aus seine Unter-handlungen fort. Er that dies aber auf eine so unvorsichtigeWeise, daß seine Absichten bald offenbar wurden. Die Spartaner schick-ten ihm hierauf durch einen Staatsboten den Befehl zu, sogleichnach Sparta zurückzukehren. Pausamas gehorchte im Vertrauenaus seine Schätze und auf die Bestechlichkeit der leitenden Männerseiner Vaterstadt; denn die Spartaner hatten sich von dem Geisteder Lykurgischen Gesetzgebung schon so weit entfernt, daß er auf dieWirksamkeit dieses Mittels mit Zuversicht rechnen konnte. Bestechlichkeitwar damals bei den ersten Männern des spartanischen Staates nichtselten, und kurz vorher hatte unter Andern auch König Leotychides, derSieger von Mykale, wegen dieses Vergehens aus Lakonien entfliehenmüssen. Pausamas wurde zwar unmittelbar nach seiner Ankunft inSparta verhaftet, erlangte aber alsbald seine Freiheit wieder, und bliebauch diesmal unbestraft. Er setzte seinen Briefwechsel mit Arta-bazus von Sparta aus fort, und bearbeitete zu" gleicher Zeit dieHeloten, um mit ihrer Hülfe die bestehende Regierung zu stürzen.Auch dies blieb nicht verborgen, allein nach Lykurgischem Rechte hattekein Zeugniß eines Unfreien gegen einen Spartaner Gültigkeit.Endlich fing der Verräther sich in seinen eigenen Schlingen. Arta-bazus ließ nämlich dem Wunsche des Pausamas gemäß alle Über-bringer von Briefen desselben todten; endlich schöpfte aber ein miteinem Schreiben abgeschickter Helote aus dem Umstand, daßkeiner seiner Vorgänger wieder zurückgekommen war, Verdacht, underbrach den ihm anvertrauten Brief. Er fand am Schlüsse des-selben die Aufforderung, den Überbringer wie gewöhnlich zu tödten,und übergab das Schreiben den Ephoren. Diese veranlaßten den-selben, sich in einen Tempel zu flüchten, und trugen Sorge, daßPausamas davon Nachricht erhielt. Der Verräther eilte sogleichdahin, und stellte seinen Diener zur Rede; er wurde aber dabeivon einigen in der Nähe versteckten Ephoren belauscht, die nun