Band 
Erster Band.
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Griechen. Peloponnes. Krieg bis z. Frieden des Nicias. ^7

die von dem athenischen General als Anstifter der Empörung nachAthen geschickten Lesbier bestraft, alle anderen aber wenigstens an»Leben gelassen werden sollten. Zum Glück kam das den zweitenBeschluß überbringende Schiff noch zu rechter Zeit in Lesbos an.Doch war das Loos, welches über die Bürger von Mitylene ver-hängt wurde, sehr hart: sie mußten alle Kriegsschiffe ausliefern,ihre Festungswerke wurden geschleift, und ihre Ländereien unterathenische Ansiedler vertheilt. Die Gefangenen, deren Zahl fasttausend betrug, wurden insgesammt hingerichtet.

Diese demokratischen Gräuel beschränkten sich nicht blos aufdas athenische Volk und seine Beschlüsse, sondern der Kampf derParteien nahm in diesem, alle Leidenschaften aufregenden Kriegeüberall einen grausamen und blutigen Charakter an. Ein schauder-haftes Beispiel davon gab die Insel Korcyra von demselben Jahrean, in welchem die unglücklichen Platäer auf Befehl der Spartanerniedergemetzelt wurden. In der gleichnamigen Hauptstadt der Inselwar in der letzten Zeit eine demokratische Regierung eingeführtworden; jetzt aber strengte die aristokratische Partei, welche von denKorinthern mit Geld unterstützt wurde, ihre ganze Kraft an, umeine Verfassungsveränderung und einen Abfall der Insel von demathenischen Bunde zu dem der Peloponnester zu bewirken. Als dieBemühungen der Aristokraten fehl zu schlagen schienen, nahmen die-selben zur Gewalt ihre Zuflucht: sie drangen eines Tages bewaff-net in die Rathsversammlung ein, und tvdteten sechszig ihrer Geg-ner, hierauf griffen sie, von der Mannschaft eines angekommenenkorinthischen Schiffes unterstützt, das Volk aus offener Straße an,überwältigten es und bemächtigten sich der Regierung. Die be-siegte Partei hatte sich aber in die Burg und in die höheren Theileder Stadt zurückgezogen, und Boten auf das Land geschickt, umdie daselbst befindlichen Sklaven unter dem Versprechen der Frei-heit für sich zu gewinnen. Diese erschienen in großer Zahl, undmit ihnen vereinigt brachen die Demokraten, zwei Tage nach dervon ihnen erlittenen Niederlage, wüthend auf die Aristokraten los.Es kam zu einem blutigen Kampfe, welcher einen ganzen Tag langdauerte, und an dem selbst die Weiber Theil nahmen. Am Abenderlagen endlich die Aristokraten; fliehend steckten sie, um ihren Fein-den die Verfolgung zu erschweren, die Häuser in Brand, und ein