Band 
Erster Band.
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Griechen. Peloponnes. Krieg bis Frieden des Nicias. 4Zg

den vierhundert, die im Juno-Tempel waren, ließen fünfzig sichvon den Gegnern aus ihrer Freistätte herauslocken, und wurdeninsgesammt getödtet, die übrigen aber brachten sich größtentheilsselbst ums Leben. Etwa fünfhundert Aristokraten entflohen aus derStadt, und ließen sich an der gegenüber liegenden epirotischen Küstenieder. Sie suchten eine Zeitlang durch öftere Landungen ihrenFeinden soviel als möglich zu schaden, und bemächtigten sich endlicheines festen Punktes auf Korcyra, von welchem aus sie nun zweiJahre lang durch verheerende Raubzüge ihre Vaterstadt bedrängten.Im Jahr 425 wurden sie endlich durch ein athenisches Hülfs-Corps,nach einer hartnäckigen Gegenwehr, zur Übergabe gezwungen. Sieunterwarfen sich unter der Bedingung, daß dem athenischen Volk dieEntscheidung über ihr Schicksal überlassen werde. Man brachte siehierauf bis zur Abfahrt nach Athen auf eine kleine Insel bei Kor-cpra, erklärte ihnen aber dabei, daß jeder Versuch zur Flucht, denauch nur ein einziger von ihnen machen würde, als ein Bruchjener Capitulation würde angesehen werden. Dies benutzten ihreGegner, welche besorgten, daß die Athener ihnen das Lebenschenken möchten. Sie brachten durch Einzelne, die sich in dasVertrauen der Unglücklichen Anschlichen, einigen von ihnen dieÜberzeugung bei, daß das athenische Volk sie der Wuth des Pöbelsvon Korcyra preisgeben würde, und boten denselben die Mittel zurFlucht an. Die Getäuschten gingen in die Falle; sie wurden beidem Versuche der Flucht ertappt, und die athenischen Generaleüberließen nun wirklich Alle der Willkür ihrer Gegner. Man schlepptesie in ein großes Gebäude. Aus diesem wurden sie in Haufen vonje zwanzig gebunden herausgeführt, und von ihren Feinden unterallen möglichen Martern erwürgt. Als etwa sechszig auf dieseWeise umgebracht worden waren, weigerten die übrigen sich dasGebäude zu verlassen, und setzten sich gegen jeden Eindringendenzur Wehr. Da erstieg der blutgierige Pöbel das Dach, deckte das-selbe ab, und suchte die Gefangenen mit Ziegeln und Pfeilen vonoben herab zu tödten. Die wehrlosen Unglücklichen machten jetztgrößtentheils selbst ihrem Leben ein Ende. Sie tödteten sich ent-weder mit den herabgeworfenen Pfeilen, oder erhingen sich mit ihrenZerrissenen Kleidern. Diese Gräuelscenen dauerten eine ganze Nachthindurch. Am andern Morgen waren die Gefangenen, deren Zahl