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Erster Band.
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Griechen. Ende des peloponnesischen Kriegs. 477

muthigend auf die Übrigen wirkt, und daß nach griechischen Volks-begriffen die Seele dessen, welcher unbeerdigt blieb, Qualen erleidenmußte, der wird, abgesehen von der Verletzung der gesetzlichenFormen, die unglücklichen Feldherrn bedauern, ohne das Volk zuverdammen. Dieses ließ übrigens einige Zeit nachher die Dema-gogen , welche die Anklage betrieben und die Volksversammlung zurVerletzung der Verfassung gedrängt hatten, in Untersuchung ziehen;es gelang aber denselben, der Strafe durch die Flucht zu entgehen.

Die Bundesgenossen der Spartaner hielten bald nach der er-littenen Niederlage in Ephesus eine Versammlung, in welcher sieden Beschluß faßten, die Spartaner aufzufordern, daß sie demLpsander von neuem den Oberbefehl übertrügen. Auch in Spartaerkannte man die Nothwendigkeit, Lpsander wieder an die Spitzeder Flotte zu stellen; da jedoch die Gesetze des Staats nicht erlaub-ten, einem und demselben Manne zweimal das Ober-Commandoder Flotte zu geben, so half man sich mit einer Umgehung der-selben, durch welche der Form nach das Gesetz aufrecht erhaltenwurde. Man ernannte Arakuö, einen unbedeutenden Mann, derwohl wußte, daß er nur zum Schein gebraucht werde, zumAdmiral, Lpsander aber zu dessen Epistoleus oder Unter-Admiral.Der Letztere eilte sogleich nach Sardeö zu dem Prinzen Cprus,brachte große Summen Geldes von da zurück, stellte die pelopon-nesische Flotte wieder her, und suchte dann die reichen Seestädteam Helleöpont, aus welchen die Athener einen großen Theil ihrerStaatseinkünfte zogen, zu erobern. In diese Gegend segelte des-halb auch die athenische Flotte, welche von Konon und fünf andernStrategen befehligt wurde. Sie ging der, von Lpsander kurz zuvoreroberten, Stadt Lampsakus gegenüber, an der Mündung des Flüß-chens Aegospotamos (d. i. Ziegenfluß) vor Anker. DieseStellung war sehr schlecht gewählt, weil der nächste Ort, aus demman die Lebensmittel beziehen konnte, zu weit entfernt lag, undweil die Flotte dort weder in einem eigentlichen Hafen sich befand,noch auch selbst, wie die Spartaner im Hafen von Lampsakus, aneiner festen Stadt einen Rückhalt hatte. Alcibiades, welcher nichtweit von diesem Orte auf einem seiner Güter lebte, begab sich zurFlotte und warnte die Anführer; allein er wurde schnöde zurück-gewiesen. Lpsander hatte sogleich beschlossen, die Unvorsichtigkeit der