Magnet und elektrische Leiter. 553
man den Durchschnitt des Drahtes, welchen wir hier in 1 ange-^®*nommen haben, in Gedanken über die ganze Länge des Drah-tes bis s fort, und berücksichtigt, dafs der Draht an jeder Stelleauf gleiche Weise vom magnetischen Pole umkreiset wird, sokann für jeden einzelnen Punct des Drahtes die Bewegung des-selben leicht gefunden werden. Dabei versteht sich von selbst,dafs rücksichtlich des Oben und Unten das Drahtende no dem1 m und p s entgegengesetzt ist, folglich lüer auch die Wirkun-gen des genäherten magnetischen Poles die entgegengesetztenseyn müssen, auch versteht es sich von selbst, dafs bei der An-wendung eines Südpoles die Wirkung entgegengesetzt sey, alsodie Anziehung in Abstofsung, und umgekehrt die östliche Ab-weichung in die westliche verwandelt werden wird, blofs diebeiden Indißerenzpuncte werden bleiben, weil ein so aufgehan-gener Draht sich nicht in verticaler Richtung bewegen kann *.
2- Der eben beschriebene Erman’sche Rotations - Apparatist nicht ganz wohlfeil, wenn man auch zu dem Becher Kupferstatt Silber wählen wollte, und mufs aufserdem zu dem genann-ten Zwecke und noch einem andern später zu erwähnenden be-sonders angeschafft werden. Es lassen sich indefs die angege-benen Erscheinungen auch vermittelst einer andern Vorrichtungdarstellen, welche durch v. Althaus 1 2 bald nach der Entdek-kung des Elektromagnetismus in Vorschlag gebracht ist, undblofs aus einem gehörig gebogenen und an einem Faden unge-zwirnter Seide fein balancirten Drahte besteht. Man hat seit-dem bei den zahlreichen angegebenen Drehungsapparaten dieseArt des Aufhängens nicht weiter benutzt, sondern sich vielmehrdes Balancirens auf feinen Stahlspitzen bedient; weil aber jenedie gröfste Beweglichkeit gewährt, und der Apparat aufserdemnoch zu einem andern Zwecke dient, so möce er hier eine Stellefinden. Auf einem schmalen Brette A B wird die gebogene Glas- gj.röhre a b c aufgerichtet, welche an ihrem Ende den kleinen Be-cher m mit Quecksilber trägt. In diesem Quecksilber ist derDraht mit seinem krummgebogenen Ende e frei beweglich, undwird selbst durch den ungezwirnten Seidenfaden r am Häkchen
1 Die von Eamah beobachteten Wirkungen der beiden Pole einesHufeisenmagnetes besonders anzugeben scheint mir überflüssig, dasie sich ans dem Gesagten von selbst ergeben.
2 Versuche über den Elektromagnetismus. S. 4.