Magnet und elektrische Leiter. 567
gemeine Gesetz zu bringen, darf man sich nur vorstellen, dafsdie den magnetischen Pol a nach a' treibende Kraft sich bis a 91.erstrecke, der bewegte Magnetpol aber nach y zu bis hinter aund zuletzt bis in y selbst gerückt werde, wonach dann dieDrehung des Kreises A nothwendig erfolgen muss, lndefs isthierbei die Hebelkraft geringe, und daher die Drehung auchnicht blol’s langsam, sondern so schwach, dafs man durch eini-ge Erschütterung den bewegenden Kräften zu Hülfe kommenmuls. Es wird aber die Drehung schneller und läfst sich durchkleinere Elektromotore erhalten, wenn statt eines massiven Sta-bes N N eine kupferne Röhre genommen wird, welche dann■zur Erhaltung einer lothrechten Lage nur eines geringeren Pla-tingewichtes bedarf. Bei einer solchen hohlen Röhre ist aller-dings die zu bewegende Masse geringer, und würde sonachauch nur einer geringeren Kraft zur Erzeugung einer Bewegungbedürfen. Allein da das Gewicht in dem vorliegenden Fallestatisch im Quecksilber getragen wird, mithin rücksichtlich derMasse nur anfangs die Trägheit zu überwinden ist, die Adhä-sion der Röhre an das Quecksilber aber wegen gröfserer Ober-fläche gröfser ist als bei einem massiven Stabe, so scheint dieWinkelkraft a y a' bei der Röhre gröfser zu seyn, weil die elek-tromagnetischen wirksamen Puncte u x (wenn man pich andersdieses Ausdrucks bedienen will) in ihr weiter vom Centro y ent-fernt liegen , oder in dem Metalle der Röhre einen stärkerenWiderhalt haben, als im massiven Stabe.
14. Einen sinnreich construirten Apparat hat Barlow 1 er-funden, und man mufs gestehen, dafs bei demselben die Wir-kung des Magnetes auf den Leiter der galvanischen Elektricitätbeim ersten Anblicke etwas paradox scheint. Barlow fandnämlich, dafs der Draht im Faraday’schen Rotationsapparate (obenNo. 6.) durch einen genäherten Hufeisenmagnet aus dem Queck-silber gezogen wurde, und alsobald in dasselbe zurückfiel, wes-wegen er glaubte, man könne auf diese Weise eine dauerndeBewegung hervorbringen. Die hierzu gewählte Vorrichtungist folgende. A B ist ein vierkantiges Brett von hartem Holze, 94.worauf die zweimal gebogene kupferne Stange CDE ruhet. Andieser befindet sich der dünnere Kupferdraht a b c d angelöthet,welcher unten durchschnitten, und mit feinen Pfannen versehen
1 Bibi. uuiv. XX. 127.