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Elektromagnetismus.
eine trockn» Säule von 800 Lagen dagegen nickt die mindesteWirkung auf die Magnetnadel äufserte, ein Goldblattelektrome-ter aber zum Anschlägen brachte, so ist eine wesentliche Ver-schiedenheit der Elektricität und des Magnetismus keinen Au-genblick zu bezweifeln.
Späterhin hat sich indefs Prechtl selbst gegen eine Iden-tität der Elektricität und des Magnetismus erklärt, da die Wir-kungsarten beider verschieden sind. Allein diese Verschieden-©
heit beider bezieht sich dennoch zunächst nur auf die Erschei-nungen, welche sie darbieten, indem übrigens beide auf einereinzigen Grundursache beruhen sollen 1 , welches also auf Oer-sted’s Ansicht zurückkommt.
Aus dieser Darstellung geht wohl unverkennbar hervor, dafswir noch weit entfernt sind, die Naturphänomene aus ihrenhöchsten und einfachsten Grundgesetzen ableiten oder auf diesezurückfiihren zu können. Wäre dieses überhaupt möglich, sokonnte es schon früher geschehen, und bedurfte es hierzu nichterst der Entdeckung des Elektromagnetismus, welcher eben sei-ner Neuheit wegen noch obendrein am wenigsten geeignet war,diesen kühnen Versuch daran zu wagen. Von einer Theorie desElektromagnetismus kann also nichts weiter gefordert werden,als dafs sie die gesammten Erscheinungen desselben unter einoder einige allgemeine und mit sich selbst übereinstimmendeHauptgesetze bringe, und u>o möglich zugleich zeige , in u>iefern diese mit den bekannten Gesetzen der Elektricität und desUlagnetismus übereinstimmen. Diese höchst schwierige Auf-gabe ist zwar von verschiedenen Gelehrten versucht, ohne dafses jedoch bis jetzt nach meiner Ansicht noch irgend einem ge-lungen ist, sie völlig befriedigend zu lösen, welches vielleichthierbei eben wje bei so manchen andern Gegenständen der Na-turforschung dem menschlichen Geiste für immer unmöglichbleibt. Es ist indefs erforderlich, die verschiedenen Theorieeneinzeln zu prüfen, damit sie künftigen Versuchen dieser Artzur Grundlage dienen können. Hierbei bleibt es unberücksich-tigt) welche Vorstellungen über das eigentliche Wesen der Elek-tricität und des Magnetismus zum Grunde liegen, wenn nur dieTheorie die Erscheinungen selbst genügend ausdrückt und erklärt.
1 Kastner’s Archiv. II. 164.