Band 
Dritter Band. E.
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Bipolarer Transversalmagnetismus. 6*25

solcher mufs demnach in Folge des eben erläuterten Gesetzeseine östliche und westliche Declination der Magnetnadel her-vorbringen, wenn er über der Declinationsnadel, beider Axenparallel laufend, gehalten, und dann um 180° um seine Axegedrehet wird. Von unten auf gleiche Weise genähert undumgedrehet zeigt er die nämlichen Wirkungen. Auffallend istallerdings die Uebereinstinnnung des Verhaltens eines künstli-chen Transversalmagnetes mit dem des elektrischen Leiters.Verfertigt man jenen so, wie oben (111. B. 7.) angegeben ist,so erhält man einen Apparat, welcher nach meinen eigenen Er-fahrungen Jahre lang die östliche und westliche Abweichung derMagnetnadel deutlich bewirkt, wenn man ihn auf die angege-bene Weise über und unter dieselbe hält, und die Aehnlich-keit seiner Wirkungen mit denen eines Leiters der galvanischenElektricität riicksichtlich dieser beiden Erscheinungen ist so spre-chend, dafs man im Augenblicke der Beobachtung kaum um-hin kann, dieser Theorie anzuhängen. Noch mehr aber: G. G.Schmidt umwickelte einen Streifen dünnen Messingblechs, etwa1 F. lang und 2 Lin. breit, mit Stahldraht, machte diesen aufdie angegebene Weise zu einem Transversalmagnete, wickelteihn dann um einen hohlen Cylinder von dickem Kartenpapierschraubenförmig, und erhielt hierdurch einen dem schrauben-förmig gewundenen elektrischen Leiter vollkommen nachgebil-deten bipolaren Magnet. Auf gleiche "Weise bildete er mit dem-selben die elektromagnetische Spiralscheibe nach 1 .

Die hier in ihren wesentlichsten Elementen mitgetheilteTheorie empfiehlt sich ausnehmend durch ihre grofse Einfach-heit und innere Uebereinstimmung mit anderweitigen Naturer-scheinungen. Ueberall, wo der Magnetismus sonst hervortritt,zeigt sich derselbe bipolar, und man dürfte daher nur anneh-men, dafs die Elektricität den Leitungsdraht derselben auf einegleiche Weise temporär magnetisch machte, als sie dem Stahleunter geeigneten Umständen bleibenden Magnetismus mittheilt,um die ganze Reihe der elektromagnetischen Erscheinungenden bekannten magnetischen anzufügen. Leider aber reicht dieHypothese nicht lün, um das elektromagnetische Ilauptphäno-men vollständig zu erklären. Man hat gegen dieselbe einge-wandt , dafs am elektrischen Leitungsdrahte keine Indifferenz-

1 G. LXX. 229. LXXI. 387. LXX1I. 1.

III. Bd.

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