Ö3Ü Elektromagnetismus.
in der Kunst'des Experimentirens durch seine Bekanntschaft mitdem zu frühe verstorbenen Boeckmann trefflich geübt, erklärteaus dieser Hypothese sehr scharfsinnig die Einwirkung des elek-trischen Leiters auf die Magnetnadel, die Wirkung der Spiral-scheiben , der schraubenförmig gewundenen Drähte, die Be-wegungen eines gebogenen frei schwebenden Leitungsdrahtesdurch einen genäherten Magnet, insbesondere aber die damalseben bekannt gewordene Erscheinung der Anziehung zweierbeweglicher elektrischer Leiter durch einander bei gleichgerich-teter Strömung, und der Abstofsung bei entgegengesetzter. Esmufste nothwendig auffallen, dafs dieses Phänomen , dessen Er-klärung damals Ampere wegen des darin liegenden Widerspru-ches gegen die bekannten elektrischen Gesetze so sehr beschäf-Fia. **Ö ,e i aus ^ er Hypothese der tetrapolaren magnetischen Linien127-unmittelbar und nothwendig folge, wie schon der Augenscheinlehrt, wenn man nur die Durchschnitte von zwei solchen Lei-tern a und b über einander zeichnet.
Als ich selbst diese Theorie genau und sorgfältig prüfte,war es mir auffallend, dafs sich nirgend am Umfange des elek-tromagnetischen Leiters eine Anziehung und Abstofsung der bei-den Pole auch der feinsten Nadeln mit Sicherheit zeigen wollte,obgleich zuweilen ein Festhängen der Magnetnadelspitze an eini-gen Stellen desselben zum Vorschein zu kommen schien. Ausdiesem Grunde glaubte ich diese Hypothese verlassen zu müs-sen , als ich das oben erwähnte Gesetz auffand, wodurch aller-dings eine Hauptschwierigkeit gehoben wurde, indem hieraushervorging, warum keine einzige der polaren Linien, ihreswirklichen Daseyns ungeachtet, durch die Spitze einer Magnet-nadel sichtbar werden konnte. Hiernach suchte ich also dieelektromagnetischen Erscheinungen dadurch zu erklären, dafspjg ich annahm, jeder elektromagnetische Leiter sey ein tetrapo-l&J.larer Transversalmagnet, dessen Querschnitt a einen Kreis mitvier Polen bilde, und zwar, bei einer elektrischen Strömungvon N. nach S., unten östlich und oben westlich einen Nordpol ,unten westlich und oben östlich einen Südpol 1 . Diese Hypo-these empfiehlt sich hauptsächlich dadurch, dafs sie das entge-
1 G. LXX. 141. LXXlt. 20, In den dortigen Figuren findetsich eine Verwechslung'der elektrischen Strömung, wie Ffaff richtigerinnert. S. der Elektrom. S, 26S.