Band 
Dritter Band. E.
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Emanationssystem.

oder dals es Lichttheilchen sind, die mit sehr grofser Geschwin-digkeit den Raum durchlaufend zu den Orten, wo sie Erleuch-tung bewirken, hingelangen.

Newton 1 wirft am Ende seiner Optik unter mehreren an-dern’Fragen auch die auf, ob die Aussendung des Lichtesfe/nissio luminis , emission de la lumiere, emissionoj' light) vielleicht durch eine vibrirende Bewegung der leuch-tenden Körper hervorgebracht werde; aber er macht nachherauf mehrere Schwierigkeiten aufmerksam, denen diese Hypothese 1unterworfen ist. In der 19ten Frage äufsert er nämlich, alle dieMeinungen möchten wohl irrig seyn, welche die Phänomenedes Lichtes ans neuen Modificationen der Strahlen herleiten,diese beruhten vielmehr auf proprietatibus congenitis et immu-tabilibus. Auch die Meinung sey irrig, dafs das Licht in einerblofsen durch ein Medium fortgepflanzten Bewegung bestehe, in-dem die geradlinige Bewegung an einem das Licht aufhaltendeHindernisse vorbei nicht statt finden könne, wenn jene, derWellenbewegung ähnliche, Fortpflanzung statt fände, u. s. w.Dieses veranlafst ihn denn endlich in der 21ten Frage folgendesaufzustellen: Ob nicht die Lichtstrahlen kleine Körperchen sind,die von den leuchtenden Körpern ausgesandt, und durch dieanziehenden Kräfte, mit welchen das Licht und die Körper aufeinander wirken, gebrochen werden ? Solche Körperchen näm-lich würden durch gleichartige Medien in geraden Linien fort-gehen; sie könnten gewisse Eigenschaften besitzen, und diesebeim Durchgänge durch verschiedene Medien ungeändert be-halten; die Gesetze der Refraction liefsen sich dann genau durchAttraction der Körper gegen die Lichttheilchen erklären die Re-flexion der Strahlen, wenn sie aus dem Glase allzuschief geneigtausfahren sollten, lasse sich doch nicht aus einem Widerstandedes leeren Raumes, dagegen sehr gut durch eine Attraction,welche den Strahl nöthige, in das Innere des Glases .zurückzu-kehren, erklären. Um die Verschiedenheit der Farben zu er-klären und die ungleichen Grade der Brechbarkeit zu erhalten,habe man dann nichts anderes nöthig, als den Lichttheilcheneine verschiedene Gröfse beizulegen; die welche am kleinstensind, würden den violetten Strahl, der auch der dunkelste undmatteste ist, hervorbringen und am leichtesten und stärksten von

1 Optice , auct. Newton, quacst. 8.