Band 
Dritter Band. E.
Seite
939
JPEG-Download
 

Dimensionen derselben. 939

ucht, diesen mit der Zahl der Grade der einschliefsenden Pa-rallele multiplicirt und durch 360 dividirt.

Die Lage der Oerter auf der Oberfläche der Erde wird durchden Meridian und den Parallel bestimmt, in welchen sie liegen.Jenes heilst die Breite , dieses die Länge derselben, wie obenschon angegeben ist. Man verfertigt hiernach Tabellen, welchedie Länge und Breite der verschiedenen Oerter enthalten, wiesolche von Vega 1 2 , Bode*, vom Bureau des Lougitudes 3u. a. zusammengestellt sind. Soll die Entfernung zweier Oerter'von einander gefunden werden, so gehört die allgemeine Auf-lösung dieser Aufgabe, wenn man die elliptisch - sphäroidischeGestalt der Erde berücksichtigt, unter die schwierigeren geome-trischen Probleme 4 ', Betrachtet man dagegen die Erde als eineKugel, welches für den gewöhnlichen Gebrauch hinreicht, sogehören hierunter folgende drei leicht zu lösende Aufgaben.1. Wenn beide Oerter unter dem nämlichen Meridiane liegen,so giebt die Differenz ihrer Polhöhen in Graden, jeden im Mit-tel zu 15 geographischen Meilen gerechnet, oder die Länge derGrade nach der oben mitgetheilten Tabelle genommen, und jeneDifferenz mit diesem Factor mvdtiplicirt, die Entfernung bis aufden aus der Interpolation der oben gegebenen Grolsen entste-henden Fehler genau. 2. Liegen beide Oerter unter dem näm-lichen Parallele, so giebt jene Tabelle gleichfalls das Mittel, ihreEntfernung zü berechnen. 3. Liegen dagegen beide unter ver-schiedenen Breiten und Längen, so kann die Entfernung durchdie gesuchte Hypotenuse eines sphärischen Dreiecks bestimmt

1 Anhang zu seinen logarithmisch - trigonometrischen Tafeln Th. II.

2 Anleitung zur allgemeinen £enntnils der Erdkugel. 2te Aull .Berl. 1803. S. 261.

S In der Connaissance des Tems. Viele einzelne zerstreute An-gaben finden sich in v. Zscn’a monatlicher Correspondenz u. s. w.,und in der Correspondance astronomique, iu Booe's astronomischemJahrbuche, Scul’macher’s astronomischen Nachrichten; vorzüglich reich-haltig ist v. Krcsensteru Beiträge zur Hydrographie der gröberenOzeane u. s, w. Leipz. 1819. 4. Eine genaue tabellarische Zusam-menstellung dieser geographischen Bestimmungen wäre zwar schwie-rig, aber sehr wünschenswerth.

4 Die Linie heilst die geodätische Linie. Formeln zur Berech-nung derselben findet man bei Pcissabt a. a. 0. II. 237 ff. bei Lit-irow. Theoretische u. praktische Astronomie. Wien . 1821. II. Th.8. I. 278. Vergl. Geodäsie.