Band 
Dritter Band. E.
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Temperatur im Innern.

schwierigsten Theil der gesammten physikalischen Untersuchun-gen über die Erde aus, und gehört dahin zuerst die Temperaturdes Erdkernes, dann der Erdkruste , ihrer Oberfläche und zu-letzt der sie umgebenden Atmosphäre, sofern diese als integri-render Theil derselben von ihr unzertrennlich ist 1 .

A. Temperatur der Erde im Innern derselben.

Da der Halbmesser der Erde fast 860 geographische Meilenbeträgt, bishero aber noch niemanden gelungen ist, nur bis aufeine halbe Meile vom Spiegel des Meeres an in die Erde einzu-dringen, so begreift man leicht, dafs sich über den Kern der Erdenur weniges, und auf allen Fall die Beschaffenheit desselbenauf keine Weise aus der Erfahrung bestimmen läfst. Inzwischenforderten die Erscheinungen der Vulcane und heifsen Quellen zueiner Erklärung auf, und ohne zu überlegen, wie weit die Ur-sachen derselben vom Centro der Erde entfernt liegen mögen,schlofs man aus der Tiefe der vulcanischen Herde auf ein Cen-tralfeuer , und machte sich von diesem verschiedene Vorstellun-gen. Die Annahme eines eigentlichen, im Centro der Erdebrennenden Feuers findet man wohl nur bei einigen älterenSchriftstellern, indem schon Gassevdi zeigte, dafs ein Brennenin einem cingcschlossenen Raume nicht statt finden könne. Diespäteren Begriffe sind vorzüglich begründet durch MairAN,welcher unter Centralfeuer übrigens nicht sowohl ein eigentli-ches brennendes Feuer, als vielmehr eine innere Erwärmungverstand 2 . Weil die Wärme mit der Erhebung über die Mee-resfläche abnimmt, der Frost nie tief in die Erde dringt, dasMeer in grofsen Tiefen ungefroren ist, und insbesondere zurErklärung des Unterschiedes der Klimate schreibt er der Erdeeine innere Wärme, eine Grundivärme zu, welche seines Be-rechnung nach 393 mal gröfser seyn soll als diejenige Wärme,welche die Sonne in Paris am kürzesten Tage hervorbringt. DieVerschiedenheit der Klimate leitet er von der ungleichen Er-

1 Wegen der nnverhältnifsinäfsigen Länge, wozu der ArtikelErde allwachsen müfste, können in Beziehung auf die Wärme derErde meistens nur die Hauptresultate angegeben werden, eine gründ-lichere Erörterung bleibt andern Artikeln, namentlich Temperaturund Klima Vorbehalten.

2 Mem. de l’Ac. 1719. p. 124. Nouvelles recherches sur la causegenerale du chaud eil ete et du froid en liiver cet. Par. 17G8. 4.