Temperatur der Kruste. 989
in ein tiefes Loch senkte, und irr einer Tiefe von 29,5 F. nur1° R. Veränderung beobachtete.
4. Der vorstehende Satz ist jedoch nur dann richtig, wennjeder Zugang nach Aufsen abgeschnitten, und der Boden etwasfest ist. Bei lockerem Erdreiche, in welchem das Wasser leichterund tiefer eindringt, kann dieser Punct so nahe nicht liegen, undich glaube vielmehr, dafs die Grenze der gleichbleibenden Tem-peratur der Erdrinde allgemein nicht höher als etwa in GO F. Tiefegesetzt werden kann.
Die Temperatur der äufseren Erdrinde kann aus begreif-lichen Gründen am leichtesten erkannt werden aus der Wärmevon Quellen , welche aus gröfserer Tiefe entspringen, indemdiese dem äufseren Wechsel der Temperatur nicht unterworfensind, und unverändert eine der mittleren des Ortes sehr nahegleich kommende Wärme haben. Wenn 6ich bei denselben eineVeränderung zeigt, so besteht sie darin, dafs sie iln Winter et-was wärmer sind als im Sommer, weil sie zu jener Zeit mehrdas Regenwasser der heifsen Monate, zu dieser das Schnee-wasser der kalten wiedergeben, der geringe Unterschied beur-kundet indefs genugsam, dafs die Erdschicht, woraus sie ent-springen, eine unveränderliche Temperatur hat, welche nachvielfachen Untersuchungen von der mittleren des Ortes nur we-nig verschieden ist. Roebuck kam daher schon auf die Idee,die Wärme der Erde und zugleich die mittlere des jedesmali-gen Orte8 aus den Quellen zu messen, indem er die letzterefür London = 52°,1(3 F. für Edinburg = 47,7 die ersteren da-gegen 51°,02 und 47° F. fand, ohne dafs man die Sache wei-ter beachtete *. Auf Cavesdish’s Antrag mafs indefs zurPrü-lung dieser Behauptung J. Hunte«. 2 die Wärme der Quellenauf Jamaica , und fand sie mit der mittleren jenes Ortes über-einstimmend = 80° F. Seitdem haben insbesondere v. Hum-boldt, dann Wahlenberg , L. v. Buch, Tralles, früherschon Beguelin u. a. die Sache vielfach bestätigt. A. v. Hum-boldt 3 hat die Berichtigung hinzugefügt) dafs in niederen
1 Phil. Trans. 1775. p. 459.
2 Ebend. 1788.
8 Reisen u. s. w. deutsche lieb. Tüb. 1818. II. 130. J. dePh. LXVI. 425, U’Acbcissox Traita de Geognos. I, 427.