Temperatur der Erdoberfläche; 993
2. Wenn man hiernach die Wärme als allein durch denEinflufs der Sonnenstrahlen erzeugt annimmt, so folgt, dafs dieMenge der auf eine gegebene Fläche fallenden Strahlen sowohl,als auch der senkrechte Stofs derselben dem Sinus der Sonnen-höhen proportional sind, ihre gemeinschaftliche Wirkung mufsalso mit dem Quadrate dieser Sinusse abnehmen , und da diesezugleich mit den Graden der Breite zusammenfallen , so stellteT. Mayer 1 die allgemeine Formel für die mittleren Tempera-turen der Erde auf, wonach
y = m — n Sin. 5 lat.
6eyn soll. Hierbei käme es auf die Bestimmung der Coefficien-ten an , allein die Erfahrung zeigt, dafs die Formel auf keineWeise allgemein gültige Resultate giebt. Wird m = n = 24° Rgesetzt, so ist y = m Cos. 1 2 lat., wonach für die verschiede-nen Breiten und mit Rücksicht auf die wechselnden Sonnenhö-hen folgende Werthe für die nördliche Halbkugel erhalten wer-den 2 , welche durch Vertauschung des Standes der Sonne imZeichen des Krebses und Steinbocks leicht auf die südliche Fle-misphäre übertragen werden können.
Breiten
Krebs
Stand der Sonne.
Steinbock Widder und Waage.
G #
20°,4
20°,4
24°,0
10
22,5
16,5
22,8
20
23,5
12,4
20,6
30
23,3
8,4
17,7
40
21,6
4,3
13,9
50
18,9
1,9
9,6
60
15,3
0,24
8,0
70
11,3
0,07
2,6
80
7,2
- 1,0
0,7
90
3,6
— 3,6
0,0
Lichtexberg findet zwar, dafs die hiernach erhaltene Be-stimmungen mit denen Übereinkommen, welche die Erfahrunggiebt, allein indem er sich hierbei aufCoTTr 3 bezieht, so siehtman bald, dafs nur ein geringer Theil der nördlichen Halbku-
1 Opera iaedlta ed. G. C. Lichtenberg Gott , 1775. I. 4.
2 Vergl. G. G. Schmidt Naturl. p. 613.
8 Traita de Meteorologie Par. 1774. 4.
lfT. Bd.
Rrr