Temperatur der Erdoberfläche. 1005
Dabei ist es merkwürdig, wie günstig die Lage Europa’s ist,nm ,von Strömungen dieser Art Vortlieil zu ziehen. Dahin ge-hört das Einströmen des atlantischen Meeres durch den Canalvon Gibraltar in das mittelländische Meer, durch den Canalzwischen England und Frankreich in die Nordsee, und das Ein-dringen seines Wassers bei Stürmen und vielleicht auch durch
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eine Unterströmung in den Sünd, die Richtung seiner nördli-chen Küsten nicht gerechnet. Aehnliclie Meeresströmungenmögen auf die Temperatur der östlichen Küste Asiens einenEinflufs haben , indefs sind diese weniger leicht nachzuweisen,an sich ungleich geringer und somit auch weit wenigerwirksam»
Aufser dieser Ursache ist nicht zu verkennen, dafs die vorfAfrica’s brennenden Sandebenen aufsteigenden und seitwärts ab-fliefsenden erhitzten Luftmassen nach CnAMisso * 1 zur Erwär-mung des nördlichen Eüropa’s vieles beitragen müssen, wennsie auch vermöge der Axendrehtmg der Erde nur zum gering-sten Theile gerade Norwegen treffen, und ihre Wirkungenmeine östlich übet Preufsen , Finnland und Rufsland ausdehnen,wie denn überhaupt alle Lähder des nördlichen Europa’s undselbst auch Asiens dem Einflüsse der gröfseren Wärmeentbin-dung über weiten Länderstrecken ausgesetzt sind, und daherim Allgemeinen eine höhere Temperatur haben, als das nördli-che America, wo eine solche Ursache überall nicht, oder nur ineinem weit geringeren Grade wirksam ist.
Ob aufser diesen Ursachen noch ahdere, namentlich in Be-ziehung auf Norwegen , wirksam sind, wage ich aus Abneigunggegen blofse Hypothesen nicht zu entscheiden. Man könntesonst die unterirdischen vulcanischen Herde Islands anführen,oder noch näher die unbestreitbare Erhebung Skandinaviens auseiner Erwärmung durch gleiche Ursachen herleiten, allein die-ses alles ist ungewil's und unzuverlässig.
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5. Niemand hat die ungleiche Verbreitung der Wärme überden Erdboden nach den darüber bekannten Thatsachen vollstän-diger aufgefafst und sinnreicher zusammengestellt, als A. v. Huii-