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Temperatur. Theorie.
den höchsten Bergspitzen herrschenden' schwerlich bedeutendsich unterscheide, und somit die an der äufsersten Grenze derAtmosphäre herrschende (wahrscheinlich absolute) Kälte kei-neswegs erreiche , wird nicht leicht jemand bezweifeln. Prüftman aber vollends das zweite Argument, nämlich dafs die Nachteine völlige Erstarrung herbeiführen müfste, wenn die Sonnen-strahlen alleinige Ursache der Wärme wären, so mufs es in derThat auffallen, wie Fourier dieses aufstellen konnte, welchermit so ausgezeichneter Gewandtheit im analytischen Calciile dieGesetze der Erkaltungszeiten erhitzter Körper in der Luft undim leeren Raume bestimmt hat. Aus der angegebenen Behaup-tung würde aber folgen, dafs eine glühend gemachte erdeneKugel, in ein völlig verfinstertes Zimmer gebracht, plötzlichauf die Temperatur der Umgebung herabsinken müfste, wasdoch eben so sehr den gemeinsten Erfahrungen, als den tiefge-lehrten theoretischen Betrachtungen Fouriea’s widerstreitet.
Zu diesen unwiderleglichen Argumenten lassen sich nochKleinigkeiten hinzufügen, welche indefs insgesammt gegen dieaufgestellte Behauptung entscheiden. Gliche nämlich die Tem-peratur des Raumes derjenigen , welche an den Polen der Erdestatt findet, so ist hierdurch nicht bestimmt, ob der mittlerenoder der tiefsten derselben. Das erstere ist fast undenkbar, undwürde kein Aufsteigen der Lufttheilchen von der durch dauern-den Einflufs der Sonnenstrahlen mindestens etwas erwärmtenOberfläche an den Polen gestatten, überhaupt aber, eben wiedas zweite, keine Abnahme der Temperatur bei grülserer Er-hebung über die Erdoberfläche daselbst zulassen. Dafs fernerdie Temperatur aller Planeten an den Polen gleich seyn soll, istmindestens eine sehr gewagte Hypothese, welche mit den gvo-fsen Massen Polareises, die man auf dem Mars beobachtet undregelmäfsig verschwinden gesehen haben will, desgleichen mitder Lage der Axe des Jupiters gegen die Sonnenbahn, kurz mitder wahrscheinlichen physischen Beschaffenheit der Planetenkeineswegs übereinstimmt. Die Strahlungen der Planeten inden Himmelsraum endlich, und vollends einer noch ganz uner-wiesenen Materie im planetarischen Raume, sind mindestensim höchsten Grade problematisch.
c. Die dritte Ursache der Erdtemperatur findet Fourier indem noch vorhandenen Ueberreste der ursprünglichen Erdwärmeoder überhaupt in ihrer fortdauernden eigenthümlichen W urme.
III. ßd. Uuu