Band 
[Fünfzehnter Band.]
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England. Krieg zwischen Karl I. u. dem Parlament. gl

durch seine verworrenen und wunderlichen Reden viel vermochte.Die Truppen der verbundenen Demokraten England's, und zwarsowohl die Officiere als die Soldaten, wurden durch ihre Geistlichen,die sich den jüdischen Propheten verglichen, sowie durch die Worteund Schriften ertemporirender Redner auf dieselbe Weise für bür-gerliche und religiöse Freiheit begeistert, wie die französischen Heereder Schreckenszeit durch Danton und Seinesgleichen für eine uto-pische Verfassung. Sie wurden durch künstliche Mittel in demGlauben erhalten, daß sie allein gottselig, der König und seine welt-lichen Freunde aber Belial's Kinder seien, welche Gott verderbenwerde. Cromwell und seine Officiere und Soldaten theilten näm-lich ihre Zeit zwischen der militärischen Übung und dem Gebete ganzgleichmäßig; sie sangen sogar, wenn sie zum Angriffe schritten, Psal-men, und beteten zum Gott des Erbarmens in demselben Augen-^ blicke, in welchem sie ihre Brüder, die Königlichen, unbarmherzigniederhieben. Die Parlaments-Armee und das königliche Heersuchten Beide schon im Mai 1645 eine letzte Entscheidung durch dieWaffen herbeizuführen. Der König nöthigte seine Gegner, die Be-lagerung von Ehester aufzugeben, und nahm Leicester mit Sturm.Dagegen erschien am Ende des Monats Mai Fairfar vor derStadt Orsord, in welcher er auf Einverständnisse, die er angeknüpfthatte, vertrauen zu können glaubte. Diesmal zögerte der König ausstrategischen Gründen; er hielt, als es sich zeigte, daß Fairfar mitUnrecht auf Verrath in Orsord gerechnet habe, seine unvorsichtigenVasallen, die sogenannten Cavaliere, bis in den Juni hinein voneinem Angriff auf die Feinde ab.

Mitte Juni 1645 gab endlich der König wider seinen Willendem Verlangen Ruprecht's und der ungeduldigen Vasallen (Cava-liere) nach, und es ward beim Dorfe Naseby in der Nähe vonNorthampton eine Schlacht geliefert. Diese nahm wieder durchRuprecht's Schuld einen unglücklichen Ausgang. Ruprecht siegtenämlich auch diesmal zwar wieder auf dem einen Flügel, den erselbst gegen Fairfar und Skippon anführte, ließ aber den anderenFlügel der Feinde, welcher von Cromwell und Jreton commandirtwurde, ganz außer Acht, und fand daher, als er von seiner unüber-legten Verfolgung zurück kam, das königliche Heer theils vernichtet,^ theils aus einander gesprengt. Der König selbst hatte sich im