Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neuere» Zeit.

Treffen sehr tapfer bewiesen. Nach demselben wollte er seine inUnordnung zurückgekehrten Reiter sammeln und den Kampf erneuen,um sein eingeschlossenes Fußvolk, welches mehrere Stunden hindurchmuthig Stand hielt, frei zu machen; allein die Reiter gehorchtenseinem Befehle nicht. Er verlor in dieser Schlacht fünftausendMann, neuntausend vollständige Rüstungen, alles Gepäck und alleGeschütze. Auch sein ganzes geheimes Archiv fiel dem Feinde indie Hände. Diese ließen von einem Manne, der sich auf dergleichenKunststücke verstand, einzelne Briefe und Fragmente von Akten-stücken, die dem Könige beim Volke schaden konnten, zusammen-stellen und gedruckt in sehr vielen Exemplaren verbreiten. An derNiederlage, welche Karl erlitten hatte, war ganz allein Ruprecht'sthörichte Hitze schuld gewesen; dies sah jedermann ein, nur der Königglaubte es nicht. Auf Seiten der Gegner war, was auch ein Laieim Kriegswesen beurtheilen kann, der Sieg den meisterhaften Maß-regeln zuzuschreiben, welche Cromwell ergriffen hatte, um das könig- >liche Fußvolk zu vernichten.

Nach der Niederlage der königlichen Truppen bei Nasebp wurdennicht allein die Städte im Norden, die sich zehn Monate lang tapfer ver-theidigt hatten, eingenommen, sondern auch im Westen und im Südeneroberten die Feinde eine Stadt nach der anderen. Der König bewieseine wunderbare Standhaftigkeit im Unglücke; er vertraute aber Städteund Truppen stets aufs neue dem Pfalzgrafen Ruprecht an, welchenniemand leiden konnte, bis dieser endlich im September die wich-tige Stadt Bristol ohne Noth räumte. Der König huldigte derAnsicht jener Männer des alten Griechenland, die sich der Herrschaftin freien Staaten bemächtigt hatten und von ihren LandsleutenTyrannen genannt wurden, mit der diesen eigenen Standhaftigkeit;denn er sprach den Grundsatz aus, zu dem auch sie sich offen be-kannten, daß das absolute Königthum ein schönes Sterbegewandsei"). König Karl war dabei noch in der letzten Zeit schwachgenug, dem Willen von Hofleuten und Damen Folge zu leistenund in Oxford Hof zu halten, wo diese sehr bequem eingerichtetwaren, statt daß er nach Bristol hätte gehen sollen, welches dannnicht so leicht ihm entrissen worden wäre. Während der folgenden

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