Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Schweden. Karl's X. polnischer Krieg.

solchen Lehens der Staatskasse vorbehalten werden solle. Diese Vor-schrift war seither nicht befolgt worden; jetzt verlangten aber dieStände, daß auf dieselbe zurückgegangen werde. Karl that dies jedochnicht, sondern ergriff ein anderes Auskunftsmittel. Weil nämlich miteiner völligen Reduktion der Krongüter ebenso eine förmliche Revo-lution des Vermögens der ersten Familien verbunden gewesen seinwürde, wie sie unter der folgenden Regierung gemacht wurde, soging König Karl nur bis auf den Todestag Gustav Adolfs zu-rück. Er verordnete, daß alle Krongüter, welche seit dem TodestageGustav Adolfs (6/16. November 1632) verschenkt worden waren,sogleich zurückgenommen werden sollten, weil die Besitzer, die sichum dieselben beworben oder sie als Geschenk erhalten hatten, gewußthätten, daß diese Güter gesetzlich unveräußerlich wären, weil sie alsosich den Verlust derselben selbst zuzuschreiben hätten. Dagegen solltenverkaufte Krongüter, zu welchen auch die für wirkliche Dienste ab-getretenen gerechnet wurden, ihren Besitzern nicht entrissen werden,ehe diesen die Kaufsumme ersetzt oder ihre Dienste bezahlt wordenseien. Bei den von der Krone wieder zurückgenommenen Gütern sollteferner das, was für dieselben bezahlt oder an ihnen verbessert wordenwäre, vergütet werden. Dagegen ward der vierte Theil der seit 1639bezogenen Einkünfte nachgefordert. Doch ließ Karl über den Betragdieser Summe keine genaue Untersuchung anstellen, sondern begnügtesich mit der Angabe der Besitzer.

Im Juli 1655 ließ Karl die siebenzehntausend Mann, welche erunter dem General Mitten berg in Schwedisch-Pommern ge-sammelt hatte, ohne Rücksicht auf den Unwillen von ganz Europa,durch das Gebiet des Kurfürsten von Brandenburg gegen Posenund Kalisch ziehen. Er selbst kam unmittelbar nachher mit neunRegimentern nach. Friedrich Wilhelm von Brandenburg, welcherspäter aus dem tollkühnen Angriffe der Schweden auf das König-reich Polen allein Vortheil zog, hielt für klug, zu der Verletzungseines Gebietes, auf welchem die Schweden sechs Tage lang ver-weilt waren, zu schweigen. Zwei Freunde des treulosen polnischenVice-Kanzlers, der sich beim schwedischen Heere befand, räumten diePässe, die sie hätten vertheidigen sollen, und das schwedische Heerbesetzte Posen und Kalisch. Der polnische König Johann Kasimir,welcher etwa zehntausend Reiter, aber kein Fußvolk hatte, mußte