Band 
[Fünfzehnter Band.]
Seite
171
JPEG-Download
 

Skandinavien. Erster dänischer Krieg Kar l'SX. 17t

Provinzen wieder herauszugeben. Vorerst hatte Dänemark wedervon diesem, noch von den anderen abgeschlossenen Bündnissen einigenVortheil. Die Polen und die ihnen zu Hülse geschickten Kaiserlichenüberließen vielmehr, als die Schweden in Jütland erschienen, denKönig von Dänemark seinem Schicksale. Czarnecky war zwar schonim Oktober mit seinen zehn- bis zwölftausend Reitern verwüstendin Pommern eingefallen und dann sengend und brennend nach Hol-stein vorgedrungen; er eilte aber mit der Beute, die er in Freundesund Feindes Land gemacht hatte, gerade in dem Augenblicke nachHause zurück, als er den Dänen dadurch hätte nützlich werdenkönnen, daß er den Schweden auf dem Eise nachgefolgt wäre.

Die fremden Diplomaten, welche den Frieden vermitteln sollten,hatten es um jene Zeit schon dahin gebracht, daß Karl den Gedan-ken, das dänische Reich im Sturmschritte zu erobern, aufgegebenhatte. Zugleich war von ihnen nicht nur der dänische König bewo-gen worden, Friedensvorschläge zu machen, sondern es waren auchFriedensverhandlungen zu Wordingburg eröffnet worden. Zu diesenVerhandlungen hatte Friedrich III. von Dänemark die oben (S. 167)genannten beiden Reichsräthe gesandt. König Karl aber hatte nebendem Schweden Steen Bielke den Dänen Corfitz Uhlefeld zu seinemBevollmächtigten in Wordingburg ernannt. Dies war kränkend fürden dänischen König, und mußte die Unterhandlungen sehr schwierigmachen. König Karl ließ sich ebenso wenig bewegen, Uhlefeld abzu-rufen, als den holländischen Gesandten van Beuningen, dessen Stolzihm tödlich zuwider war, unter den Vermittlern zuzulassen. DieUnterhandlungen in Wordingburg begannen daher unter sehr un-günstigen Umständen, und die Bedingungen, welche von Seiten derSchweden gestellt wurden, hätten kaum härter sein können, wennKarl wirklich im Besitze von Kopenhagen gewesen wäre. AlleinDänemark befand sich damals in einer äußerst traurigen Lage; dennder Adel war mit den übrigen Ständen und mit dem Könige ent-zweit, und von dem, was in Deutschland und in Polen vorging,wußte man gar nichts, weil alle Verbindung gehemmt war. DerSitz des Friedens - Kongresses wurde bald von Wordingburg nachTostrup, einem etwa zwei Meilen von Kopenhagen entfernten Orte,verlegt. Dort wurden am 18. Februar 1658 die Präliminarien un-terzeichnet, und schon am 26. Februar kam zu Roeskilde der