Band 
[Fünfzehnter Band.]
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jg2 Geschichte der Neueren Zeit.

seine Art sich auszudrücken. Man gab ihm Schuld, gesagt zu haben,die anderen Stände wären unfrei, der Adel also allein frei. WennOtto Krag dies auch nicht gesagt hat, so sprach er doch, auf daslange Herkommen gestützt, die Worte aus, die anderen Ständemüßten wissen, daß es ihnen nicht zukomme, dergleichenDinge anzuordnen. Man ward übrigens doch in Betreff dervorgeschlagenen Steuer vorerst über eine Fassung einig, mit welcherendlich alle drei Stände zufrieden waren.

Bis dahin waren alle Vorstellungen an den Reichsrath gerichtetworden und alle Vorschläge von diesem ausgegangen; fetzt bewirkteaber der ausgebrochene Streit, daß die beiden Stände sich an denKönig selbst wandten. Dies mußte eine Revolution herbeiführen,welche für den Adel nicht Vortheilhaft sein konnte, weil derselbe nichtmehr streitfähig und dagegen das bei der Belagerung von Kopen-hagen geschaffene Heer und die Bürgerschaft dieser Stadt militärischgebildet und geübt waren. Am 25. September 1660 überreichtendie sämmtlichen Mitglieder der beiden niederen Stände dem Königeeine Vorstellung, in welcher sie neue Einrichtungen vorschlugen, diemit der ganzen Eristenz des bestehenden alten Adels unverträglichwaren und einen neuen Adel erforderten, wie er später von PeterSchuhmacher geschaffen wurde. Der Letztere leistete nämlich nachherdurch die Schöpfung eines Briefadels das, woran selbst die KöniginSophia Amalia, eine hannoverische Prinzessin, und ihre Creaturen,besonders die deutschen Juristen Lenthe und Gabel, nicht gedacht hatten.

Sobald der Bürgerstand und die Geistlichkeit sich auf die ange-gebene Weise an den König gewandt hatten, war die Neichssacheeine Angelegenheit der Königin, welche ebenso einnehmend, intriguantund kriegerisch war, als der König einfach, mild und ehrlich. Manrühmt gemeiniglich etwas sonderbar ihre Verdienste bei der Belage-rung von Kopenhagen, indem sie während derselben stets nebendem Könige zu Pferde erschienen sei. Der Franzose Terlon preistnämlich ihren Charakter und bezeugt, daß sie während der langenBelagerung von Kopenhagen Tag und Nacht zu Pferde und aufden Wällen gewesen sei, um die Soldaten und Bürger zum Kampfeanzufeuern. Wir unseres Theiles glauben, daß solche Charakterebesser geeignet sind, für Ehre und Vortheil zu kämpfen, als dieFreiheiten eines Volkes zu vertheidigen, wie dies auch von vor-