Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Dänemark. Revolution unter Friedrich III. 19Z

trefflichen Feldherrn und von echt praktischen Nechtsgelehrten gilt. Übri-gens bestanden die von den beiden niederen Ständen dem Königeüberreichten Vorschläge, wie die Wunden, welche der Krieg geschlagenhatte, geheilt werden sollten, in folgenden Hauptpunkten: Diebisher vom Adel benutzten Lehen, Güter und Einkünfte der Kronesollten künftighin, anstatt sie dem Adel fernerhin für ein sehr Ge-ringes zur Benutzung zu überlassen, an den Meistbietenden ver-pachtet werden. Außerdem sollte man die Bauern der Krongütervon Frohnden befreien und statt dieser eine Geldabgabe von ihnenerheben. Endlich sollten den kleineren Städten einige Erleichte-rungen, z. B. Verminderung des Salzpreises und Herabsetzung derAccise um ein Zehntel, gewährt werden. Diese Vorschläge erbittertenden Adel aufs heftigste, und er hatte die Unvorsichtigkeit, sich öffent-lich auf eine beleidigende Weise gegen dieselben anszusprechen. SeinePrivilegien, erklärte er, seien offenbar verletzt, sogar sein Eigen-thum sei angegriffen; der sechsundvierzigste Artikel der Wahl-Capi-tulation sichere ja dem Adel den ausschließlichen Besitz der Kron-Lehen. Von diesem Augenblicke an war heftiger Zwist zwischen denStänden, bei welchem dann Otto Krag, der als Reichsrath diewichtigsten Geschäfte und Gesandtschaften besorgt hatte, durch seineHitze und Grobheit gegen Nansen nicht wenig dazu beitrug, daß diebürgerlichen Deputieren aufs höchste erbittert wurden.

Von der Überreichung der Vorstellung an den König bis zudem neuen Schritte, welcher am 5. Oktober gethan wurde, fielunstreitig, wie bei jeder Revolution zu geschehen Pflegt, Manchesvor, wovon in öffentlichen Urkunden keine Erwähnung geschieht;wir mögen aber das Urkundliche nicht durch Vermuthungen ergänzen,wären diese auch noch so wahrscheinlich. Am 5. Oktober hielt derKammerherr Gabel eine Conferenz mit den Männern, welche beider Geistlichkeit und dem Bürgerstande den größten Einfluß hatten;und bei dieser Conferenz wurde ausgemacht, daß man vor allenDingen den König von den Verbindlichkeiten gegen den Adel freimachen müsse, die ihm durch die Wahl-Capitulation auferlegtworden seien. Da der König sich ganz passiv verhielt, so betriebvon jetzt an seine Gemahlin vermittelst ihrer Creaturen, zu welchenauch der Stadt-Commandant Schack gehörte, drei Tage und Nächtelang ihren Plan, durch die Stände selbst eine Autokratie begründenSchlosser'« Weltgesch. f. d. d. V. xv. 13