Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Schottland. Unterwerfung durch Cromwell.

aus nicht verlassen wollen; er war aber ebenso wenig frei, alsder König, welcher kurz vorher nur wenige Tage beim Heer hatteverweilen dürfen, weil die oberste Leitung desselben den Commissärender Stände und der Kirk überlassen war. Diese Commissäre hattenLesley gezwungen, seine vortreffliche Stellung aufzugeben, sowieauch eine andere, die er am Rande einer Kluft zwischen beidenHeeren genommen hatte, wieder zu verlassen. Man würde nichtbegreifen, daß die fanatischen calvinistischen Prediger einen so ver-derblichen Einfluß hatten üben können, wenn man nicht wüßte, daßsie einen Theil desselben bis auf den heutigen Tag in Schottlandund in vielen Theilen von England behauptet haben, wie aus denArtikeln, welche ihre Friedensprediger in unsere Zeitungen einrückenlassen, deutlich genug hervorgeht. Sie hatten ihren König, als erbeim Heere erschienen war, zum Lager hinausgepredigt, und machtenden in jeder Beziehung verächtlichen jungen Mann zum völligenHeuchler, da sie ihn nöthigten, oft sechs Predigten an Einem Tagemit scheinheiliger Geberde anzuhören.

Nach dem Siege bei Dunbar (3. September 1650) erhieltCromwell Verstärkungen, und besetzte Edinburg bis auf das Schloß,welches in der Gewalt der Schotten blieb. Die Letzteren zogenhierauf unter Argyle nach Stirling, und brachten Cromwell ingroße Verlegenheit, weil sie ihm keine Gelegenheit zum Treffengaben, und ihre Versorgung aus der fruchtbaren Landschaft Fifezogen, während die Engländer großen Mangel litten. Das nützteden Schotten jedoch nichts, weil sie stets mit einander in Zwistwaren. Karl suchte nämlich die royalistischen Herren um sich zusammeln,' Argyle ließ aber dieselben wieder gewaltsam austreiben;das Volk war für Karl, die fanatischen Covenanters waren gegenihn. Er hatte daher längst seine Lage unter den schottischen Pasto-ren und Betbrüdern unerträglich gefunden, und sich mit den Häupternder Clans des Hochlandes eingelassen; im Oktober wollte er vonPerth aus zu ihnen fliehen, wurde aber eingeholt und nach Perthzurückgebracht. Doch wurde jetzt seine Lage besser, weil man einenAufstand der Hochlande zu fürchten hatte, und weil Cromwell vonEdinburg aus, wo er zugleich die Rolle eines Feldherrn und dieeines Propheten und Heiligen spielte, das schottische Heer täglichmit einem Überfall bedrohte. Argyle fand sich aus diesen Gründen