Band 
[Fünfzehnter Band.]
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England. Cromwell's Prvtectorat. 2^8

seinen Officieren eine bürgerliche Gewalt anvertraute, die sie dannauf eine solche Art gebrauchten, als wenn England ein erobertesLand wäre. Schon die Rede, mit welcher Cromwell am 22. Januar1655 dem Parlament seine Entlassung angekündigt hatte, war hartund grob gewesen; die Maßregel, die er zunächst ergriff, war esnoch weit mehr. Wir meinen die von ihm befohlene sogenannteDecimation der Noyalisten, auf welche wir weiter unten zurückkommenwerden. Den Vorwand zu dieser und anderen Härten, welche Crom-well damals übte, gaben ihm nicht allein die verschiedenen revolu-tionären Parteien, die ihn im Parlament bekämpft hatten, sondernauch die elenden Verschwörungen und Anschläge auf sein Leben,welche von dem Anhange der Stuarts ausgingen und von Karl ll.unterstützt wurden. Der Letztere hatte durch sein Unglück und seineAbenteuer anfangs in der öffentlichen Meinung sehr gewonnen;allein seine Lebensweise in Paris, besonders sein stets erneueter Um-gang mit der ganz verächtlichen, von ihm selbst zuletzt fortgejagtenDirne Walters, von welcher er einen Sohn, den Herzog vonMontmouth, hatte, zeigte ihn als einen jedes großen Gedankensunfähigen Prinzen, während dagegen Cromwell sich in Allem,was er unternahm, als einen der Regierung und Verwaltung einesgroßen Reiches würdigen Mann bewies. Karl nahm, als manseiner in Frankreich gern entledigt sein wollte, von Mazarin einemonatliche Pension von zwölstausend Livres als Gnadengeschenk an,und hatte dabei einen Hofstaat von Emigranten um sich, deren elendeAnschläge und Kabalen unter einander Clarendon uns ganz aus-führlich darstellt. Die Anschläge, welche von diesem armseligen HofeKarl's ausgingen und bald hier, bald dort, besonders in Irland,Aufstände hervorriefen, wurden dem Protector, der seine Spionesehr gut bezahlte, mehrentheils verrathen. Cromwell benutzte dieselben,um die Anhänger des alte» Königshauses den Republikanern, die erzuletzt sonst von sich fern hielt, preiszugeben und das Geld, dessener im Kriege mit Spanien bedurfte, von ihnen zu erheben. Wirübergehen die einzelnen Anschläge, welche von den Noyalisten gemachtund, als Cromwell mit Mazarin in Unterhandlung getreten war,von den Spaniern begünstigt wurden. Eine Hauptveranlassung zuGewaltschritten gab ein Oberst Sirby, welcher, vom Prätendentenempfohlen und von den Spaniern unterstützt, in Irland und Eng-