Band 
[Fünfzehnter Band.]
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zgtz Geschichte der neueren Zeit.

land eine Anzahl Menschen dadurch unglücklich machte, daß er sieohne alle Aussicht auf günstigen Erfolg zu den Waffen rief. Crom-well nahm von diesen Verschwörungen und Aufständen Anlaß, umnach Berathung mit seinem Kriegsrathe aus eigener Machtvollkom-menheit das Decret zu erlassen: „daß Alle, welche jemals die Waffenfür den König getragen oder sich offen für Anhänger des altenKönigshauses erklärt hätten, decimirt werden sollten, d. h. daßihnen der zehnte Theil ihres ererbten Gutes genommen werden solle,um die Lasten zu erleichtern, welche die Republik wegen ihres un-ruhigen Wesens und Treibens und wegen der von ihnen gegebenengerechten Ursache zur Eifersucht tragen müsse."

Nicht blos zur Erhebung einer willkürlichen Steuer benutzteCromwell den Widerstand, den er im Parlament von den Republi-kanern, außerhalb desselben von den Royalisten erfuhr, sondern auchzur Errichtung einer förmlichen Militär-Herrschaft. Dies that eroffenbar sehr ungern, weil dadurch seine ganz republikanischen Stabs-Officiere, die er gern gedemüthigt hätte, aufs neue Einfluß erhielten.Cromwell theilte nämlich England in elf Militär-Divisionen, undsetzte über jede derselben einen Generalmajor oder, wie Cromwell'srepublikanischer Gehülfe sich unwillig ausdrückt, einen Pascha, welchereine Anzahl Jnspectoren der einzelnen Grafschaften unter sich hatte,und bevollmächtigt war, nach Gutdünken die letzte Entscheidung zugeben, sowie Richter und Friedensrichter, ja sogar die Geschworenenzu Hofmeistern. Diese Generalmajors waren berechtigt, sich der Güterder Widerspenstigen zu bemächtigen und alle die Dinge durchzusetzen,welche der Protector ihnen künftig noch auftragen würde.

Die ganze Macht einer Nation, welche damals weder von einerNationalschuld gedrückt, noch von einer verschwenderischen Aristokratieund deren Verwandten, Clienten und Schützlingen als Eigenthumbenutzt wurde, noch mit einer Civilliste belastet war, und einen ganzbürgerlich lebenden großen Feldherrn zum Regenten hatte, lag in derHand eines einzigen Mannes, der sehr fromm redete, aber, wie diegar zu frommen Leute Pflegen, dabei ganz rücksichtslos handelte.Dies machte den Protector ebenso nach allen Seiten hin gefürchtet,wie in neuester Zeit den ersten Consul von Frankreich. Er demüthigtenicht nur wie bereits erzählt worden ist (s. S. 224 und S. 239 f.),die Republik der Niederlande, sondern er machte auch in der Ostsee