Band 
[Fünfzehnter Band.]
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England. Cromwcll's Protectorat.

bei den nordischen Mächten seinen Willen geltend und setzte sogareinem Helden, wie Karl X. von Schweden war, Schranken (s. S.148., 163 s. u. 175). Ebenso furchtbar zeigte er sich den übrigen Mäch-ten, über deren Verhältniß zu ihm hier noch Einiges angegebenwerden muß. Dies geschieht besonders, um deutlich zu machen, wiesehr das stolze englische Volk sich nachher zur Zeit der Restaurationdurch sein Herabsinken gekränkt fühlen mußte.

Cromwell erhielt nicht allein von allen Seiten her, selbst vondem holsteinischen Herzoge, Geschenke, Ehrenbezeugungen und Selten-heiten, sondern er durste auch die Schwächeren ungestraft in Con-tribution setzen. Die Toscaner hatten gegen englische Schiffe Ge-walthätigkeiten geübt, und ihr Großherzog hatte dem Prinzen Ruprecht,als dieser mit dem ihm von Karl II. überlassenen Theile der eng-lischen Flotte Seeräuberei trieb, das Einlaufen in seinen Hafengestattet. Der Protectvr schickte deshalb den Besieger der hollän-dischen Seehelden, den Admiral Blake, mit einer Flotte in dasmittelländische Meer, und dieser zwang nicht blos den Großherzog,den englischen Kaufleuten Genugthuung für das erlittene Unrecht zugeben, sondern er erpreßte auch von ihm noch eine bedeutende SummeGeld. Zugleich nöthigte Blake alle italiänischen Seestaaten und so-gar den türkischen Groß-Sultan, dem Protektor Aufmerksamkeitenzu erweisen, welche den englischen Königen niemals erwiesen wordenwaren. Was Cromwell's Verhältniß zum französischen Reiche und zuSpanien betrifft, so war der damalige Beherrscher des Ersteren, derKardinal Mazarin, in gleichem Grade, wie Cromwell, über den Prä-tendenten Karl II. erbittert, weil derselbe den Spaniern versprochenhatte, seinen Einfluß auf die aus Royalisten bestehenden irländischenund schottischen Regimenter in französischen Diensten zu gebrauchen,um sie für Spanien zu gewinnen. Mazarin hatte dem Protektor dieVersicherung ertheilt, daß die Festung Dünkirchen, sobald sie vonden Franzosen den Spaniern abgenommen worden sei, an Englandabgetreten werden würde. Cromwell traf hierauf im Stillen alleAnstalten, um auch seinerseits die Spanier anzugreifen und die Be-drängnisse dieses Staates nicht nur zur Erwerbung von Dünkirchen,sondern zugleich auch zur Wegnahme der spanischen Silberflottenund zu Eroberungen in Amerika benutzen zu können. Er rüstetegleich einem Räuber insgeheim Flotte und Heer aus, hielt seine