Geschichte der neueren Zeit.
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zu veranlassen. Sie ließen daher diesen in Leiden nicht zu, und verbotenden Predigern, in der Kirche über die fünf Punkte zu streiten; aufden Kathedern dagegen ward dies gestattet. Die Arminianer sahensich endlich sogar in der Provinz Holland genöthigt, besondere Pre-diger zu halten, oder mit anderen Worten eine Secte zu bilden.Das Volk aber begann überall, die arminianischen Prediger zu insul-tiren und ihre Gemeinden zu stören und zu verfolgen.
Wir brechen die Geschichte der Zänkerei, welche damals nicht nurdie Regierung der niederländischen Republik, sondern auch alle Ständeund Klassen in derselben beschäftigte und theilte, hier vorerst ab, umhervor zu heben, auf welche Weise diese Zänkerei gegen den Wunschdes republikanischen Theiles der Regierung eine politische Angelegen-heit ward, seitdem Prinz Moritz rathsam gefunden hatte, sie dazu zumachen.
2. Moritz von Oranien und seine Gegner bis zumSchlüsse des Dordrechter Conciliums.
Prinz Moritz hatte dem Groß-Pensionarius Oldebarne-veld viel zu verdanken. Dieser war es gewesen, der ihn seit seinemsiebenzehnten Jahre bei den Generalstaaten stets unterstützt und die-selben bewogen hatte, ihm das gleiche Zutrauen zu schenken, das sieseinem Vater Wilhelm I. geschenkt hatten. Er hatte ihn ferner durchseinen Rath zu der Zeit geleitet, als Moritz zwar den Titel einesGeneralstatthalters und General-Kapitains schon erhalten hatte, derenglische Graf Leicester aber alle eigentliche Gewalt an sich geris-sen hatte (s. Th. XIII. S. 255 ff>). Moritz zeigte im Kabinet wieim Felde große Talente (s. Th. XIII-, S. 259 ff.); er wußte dieSoldaten und Seeleute für sich zu begeistern und zu gewinnen; erverstand es, durch Freundlichkeit und Vertraulichkeit die niederenStände zu bezaubern. Unglücklicher Weise überschätzte aber Moritz,wie große Männer zu thun Pflegen, seine Verdienste; er schriebdaher Alles, was er der Zeit, den Umständen und den durch diesegebildeten Männern verdankte, sich allein zu, und wollte endlich nurunbedingt gehorchende, nicht selbstständige Theilhaber der Gewaltum sich sehen, weil er seine Größe blos seinen militärischen Fähig-keiten verdankte, an strengen Gehorsam gewöhnt war und, wie die