Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der »eueren Zeit.

In Holland nahmen auch die Juristen, welche, wenn sie orthodorsind, noch fanatischer und despotischer als andere Klassen zu seinpflegen, Partei in dem Religions-Streite, als man fürchtete, der Prinzmöchte das Heer gebrauchen, um die Beschlüsse der Gcneralstaatendurchzusetzen. Die Staaten von Holland hatten nämlich, damit dieSoldaten des Prinzen nicht gegen sie gebraucht würden, am 4. Au-gust 1617 die Städte aufgefordert, städtische Milizen oder sogenannteWaardgelders in Sold zu nehmen. Zugleich hatten sie denGerichten verboten, Klagen über diese rein politische Angelegenheitanzunehmen. Gegen diesen Beschluß erklärte sich aber der Hof vonHolland. Auch Prinz Moritz nahm denselben als eine gegen ihngerichtete Maßregel auf. Es entstand darüber eine förmliche Spal-tung, da der Prinz, die Generalstaaten und auch die Städte Amster-dam, Enkhuyzen, Edam und Purmerend den offenbar feindlichenBeschluß verwarfen. Der Billigung der Generalstaaten und deswüthenden gomaristischen Pöbels versichert, that der Prinz danneinen militärischen Schritt gegen die Aristokraten. Er erschien näm-lich, begleitet von allen Gliedern des Hofes von Holland, im hohenRathe, um dort den gegen ihre Magistrate und gegen die Staatenklagenden Bürgern beizustehen, für welche die Gerichte ohne Rück-sicht auf das erwähnte Verbot entschieden hatten. Der hohe Rathnahm sich in der That wenige Tage darauf einiger Bürger vonHaarlem an, welche gegen ihren Magistrat klagten, und schrieb denStaaten, daß er sich ihrem Verbote vom 4. August 1617 nichtfügen könne.

Die Trennung der aristokratischen und der demokratischen Parteiin allen Provinzen ward jetzt durch den in den Kirchen gepredigtenSecten-Haß immer bedenklicher, obgleich die Städte Haarlem, Leiden,Gouda, Rotterdam, Schoonhoven, Hoorn und andere für die StaatenPartei nahmen, und auch Waardgelders werben ließen. In den Pro-vinzen Holland, Utrecht und Over-Issel war die Mehrheit der Stim-men für die Republikaner; in Geldern waren die Stimmen getheilt;in Seeland, Friesland und Groningen aber herrschten die Gomaristenoder Contra-Remonstranten unbedingt. Diese verlangten auch auf ora-nische Weise d.h. militärisch drohend ein National-Concilium, um nach-her den Ausspruch desselben allen Andersdenkenden als Gesetz aufzudrin-gen. Die gomaristischen Geistlichen schämten sich sogar nicht, ihren