Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Holland zur Zeit des Prinzen Moritz. Z 7 Z

Gegnern Schuld zu geben, daß sie eine Verbindung mit denSpaniern einzugehen gedächten. Die Staaten von Holland, sowieein Theil der Staaten von Geldern und die oben genannten Häup-ter der aristokratischen und rcmvnstrantischen Partei in Hollandund Utrecht, besonders Oldeb arneveld, Hoogerbeets, vanLedenberg und Hngo Grotius, waren gegen die Berufungeiner Kirchenversammlung. Allein in Holland, wo bereits sechs Städtezur Gegen-Partei übergegangen waren, gewannen die Contra-Re-monstranten täglich mehr Anhang. Die Letzteren drangen immerheftiger auf ein National-Concilium. Im November 1617 wurdewirklich von den Generalstaaten mit vier Stimmen gegen drei be-schlossen, eine Kirchenversammlung zu Dordrecht zu halten. Es drohtedaher jetzt wegen theologischer Spitzfindigkeiten ein innerer Krieg aus-zubrechen. Die Republik kam dadurch um so mehr in Gefahr, weilMoritz bereit war, seine militärische Stellung und Macht zu Gunstender Contra-Remonstranten zu gebrauchen. Dies that er auch wirk-lich im März 1618 zu Npmwegen. Er hatte nämlich früher fürdie Zeit des Krieges das Recht erhalten, die Magistrate zu verän-dern, und obgleich dieses Recht durch den mit Spanien geschlossenenWaffenstillstand erloschen war, so änderte er doch, auf dasselbe ge-stützt, den Magistrat von Npmwegen. Er zog dadurch Geldern zuseiner Partei herüber. Da er gleich nachher auch Over-Issel zugewinnen wußte, so standen endlich Holland und Utrecht allein.Jetzt konnte Moritz vermöge der Generalstaaten, in welchen diemeisten Stimmen ihm angehörten, die ganze Republik regieren, in-dem er sich das, was er wollte, durch die Generalstaaten befehlenließ. Dies säumte er auch nicht zu thun. Er zwang die Utrechterihre Waardgelders abzuschaffen, änderte dann ihren Magistrat, setzteContra-Remonstranten an die Stelle der Remonstranten, und zwang dieLetzteren, ihren Gegnern die Hauptkirche zu überlassen. Sogar in Hol-land, wo man doch auf die Souverainität der Staaten sehr eifersüchtigwar, brachte Moritz es dahin, daß man die Waardgelders entließund in Betreff der Veranstaltung eines National-Conciliums nachgab.

Dieses Concilium sollte eine Regel aufstellen, durch welche diebisher ganz freie und blos an die Bibel gebundene reformirte Kircheverpflichtet würde, gewisse Grübeleien den Theologen für seligmachend,gewisse andere dagegen, wenn sie auch noch so viele Stimmen fürSchlosser's Weligesch. f. d. d. V. xv. 18