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Holland unter Friedrich Heinrichs Leitung.
Belagerung von Herzogenbusch ist aus dem Grunde historisch wich-tig, weil durch sie die ganze spanische Macht 1629 und 1630 inden Niederlanden festgehalten, und folglich der schwedische KönigGustav Adolf in seinen Unternehmungen erleichtert ward. Siegehört außerdem zu den merkwürdigsten militärischen Ereignissen desdreißigjährigen Krieges, zugleich aber auch zu denjenigen, derenDarstellung wir Männern vom Fach überlassen müssen. Die Nie-derländer belagerten Herzogenbusch mit einem Heere von vierund-zwanzigtausend Mann zu Fuß und viertausend Reitern; anderer-seits zog van der Berg der Stadt mit dreißigtausend Mann Fußvolkund zehntausend Reitern zu Hülfe, konnte aber doch die Übergabederselben nicht verhindern. Noch, ehe Friedrich Heinrich Herzogenbuschcrobert hatte, wurde auch die Stadt Wesel, welche Spinola 1614besetzt hatte (s. Th. XIV., S. 97), von holländischen Truppen ge-nommen. Die Spanier verloren gleich darauf ihren tüchtigen Feld-herrn, den Grafen van der Berg; denn dieser mußte den Oberbefehlan den Marquis von Santa Croce abgeben, welcher nicht, wieer, das Zutrauen der spanischen Niederländer besaß. Während dieSpanier schlecht geführt wurden und noch dazu an Allem Mangellitten, ward Friedrich Heinrich, welcher die Remonstranten wiederumzuließ, keine Souverainität in Anspruch nahm, und auf allen seinenZügen von Deputirten der Staaten begleitet war, durch seine Lands-leute mit bewunderungswürdiger Selbstaufopferung unterstützt. DieHolländer hatten 1629 und 1630 gegen hundertundzwanzigtausendMann im Felde, welche zum Theil durch freiwillige Steuern unterhaltenwurden. Der Prinz richtete nachher seine Unternehmungen besondersnach Geldern hin, und eroberte 1632Maastricht (s. Th. XIV., S. 260 f.).
Seit die Franzosen ihren Bund mit Schweden geschloffen hatten,gab Richelieu, obgleich er erst im Jahre 1635 den Spaniern denKrieg erklärte, sich alle mögliche Mühe, die sieben Provinzen zueinem Bunde gegen Spanien zu bewegen. Auch ließen dieselbensich wirklich schon 1632 mit Frankreich auf die Weise ein, daß einabenteuerlicher Plan einer Theilung der spanischen Niederlandezwischen beiden Staaten entworfen ward. Dieser sonderbare Ein-fall scheiterte jedoch ebenso, wie später zu Cromwell's Zeit der Plan,England und die sieben Provinzen in eine einzige Republik zuvereinigen (s. S. 239 f.), weil die Staaten ihr Geld lieber auf die