Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der »eueren Zeit.

Flotten und auf die glänzenden Unternehmungen in beiden Indien .verwenden wollten. Im Jahre 1635 ward jedoch der Bundesver-trag mit Frankreich auf sieben Jahre geschlossen. Dieser verschaffteden Holländern eine Million Subsidien und eine Unterstützung anTruppen, wogegen sie sich verpflichten mußten, nur in Gemeinschaftmit Frankreich Frieden zu schließen. Ein französisches Heer unterden Marschällen Brezö und Chatillon vereinigte sich hierauf mit demniederländischen Heere unter Friedrich Heinrich, und Richelieu stelltesogar diese beiden Marschälle unter des Statthalters Befehl. Einenglänzenden Vortheil erhielten die verbundenen Heere nicht, da ihnenin dem spanischen Kardinal-Jnfanten Ferdinand (s. Th. XIV., S. 277.)ein tüchtiger Feldherr gegenüber stand. Doch wurde nachher vonden Holländern Schenkenschanz erobert. Ungeachtet der Verpflich-tung, keinen Separat-Frieden zu schließen, faßte Friedrich Heinrich imJahre 1636 einmal den Gedanken, sich mit den Spaniern abzufinden;aber die französischen Gelder und das Prädikat Hoheit, welches Ri-chelieu statt des bisherigen Titels Durchlaucht ihm zugestand,hielten den Prinzen ab, die Sache bei den Generalstaatcn durch-zusetzen.

Im Jahre 1637 zog das vereinigte Heer der Holländer undFranzosen vor Dünkirchen, mußte sich aber wieder mit Verlust zurück-ziehen. Dagegen erwarb sich Friedrich Heinrich durch die vom Julibis zum Oktober fortgesetzte Belagerung von Breda den höchstenmilitärischen Ruhm. Der Kardinal-Jnfant bot nämlich Alles auf,um diese Stadt zu retten; sie fiel aber gleichwohl wieder in dieGewalt der Holländer. Diese nahmen, ob sie gleich den Kriegnoch zehn Jahre lang fortsetzten, auf die Artikel des Bundes mitFrankreich, welche die Theilung der katholischen Provinzen betrafen,keine Rücksicht. Sie wandten ihre Aufmerksamkeit und ihr Geldauf die Flotten und Colonieen, drängten die Spanier und Portu-giesen überall zurück, und herrschten im südöstlichen Weltmeerevom Vorgebirge der guten Hoffnung an bis nach China und Japan.

Friedrich Heinrich hätte die sieben Provinzen zur Hauptmachtvon Europa machen können, wenn er, anstatt dahin zu arbeiten,daß seinem Sohne Wilhelm II. eine Art Königthum geschaffenwerde, sich bemüht hätte, ihn so zu erziehen, daß er, gleich seinemVater, die republikanischen Formen achtete und nicht um dynastischer