Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Holland unter Friedrich Heinrich's Leitung.

Zwecke willen die überlieferten Formen verletzte. Friedrich Heinricherlangte durch die Generalstaaten Alles, was er wünschen konnte.Der Bund, den er mit Frankreich geschlossen hatte, war zwar vonden Holländern nicht gebilligt worden, weil sie keinen Krieg zuLande führen wollten und selbst unter einem Feldherrn wie Fried-rich Heinrich, der nie die Formen verletzte, eine große Landmachtfür gefährlich hielten; die Städte Amsterdam und Dordrecht hattensogar in den Staaten von Holland gegen jenen Bund protestirt.Nichtsdestoweniger war derselbe, wie wir wissen, 1635 auf siebenJahre geschlossen worden. Wilhelm II. dagegen verfehlte, obgleich erschon in der Wiege zum Nachfolger seines Vaters in dessen sämmt-lichen Ämtern erwählt worden war, alle seine Zwecke, weil er seinenWillen auf eine ganz andere Weise durchzusetzen suchte, als seinVater. Er erhielt noch zu Lebzeiten seines Vaters, wegen der Ver-dienste desselben, die Anwartschaft auf die Statthalterschaft von sechsProvinzen. Sein Vater verschaffte ihm dabei die Antwartschaft aufdieselbe Stelle in den Provinzen Friesland, Groningen und Drenthe,welche bisher einen besonderen Statthalter aus der Neben-LinieNassau-Diez gehabt hatte. Als nämlich einer dieser Statthalter,Heinrich Kasimir, ohne Hinterlassung eines Sohnes gestorben war,suchte Friedrich Heinrich den Bruder des Verstorbenen, WilhelmFriedrich, von der Wahl auszuschließen und dieselbe aus seinenSohn Wilhelm II. zu lenken. Die Generalstaaten unterstützten ihndabei nachdrücklich, und Wilhelm II. wurde auch wirklich in Gro-ningen und Drenthe gewählt. In Friesland dagegen fiel die Wahlauf Heinrich Kasimir's Bruder. Die Sache fand jedoch Widerspruchvon Seiten der Demokraten, und nun unterstützte Friedrich Heinrichdiese Partei, aber nur so lange, bis der Gewählte dem SohneFriedrich Heinrich's die künftige Nachfolge zugesichert hatte. Dannließ Friedrich Heinrich die Demokraten Friedland's fallen, ohne sievorher zu warnen. Dies ward ihm nachher sehr übel genommen.Seinen Sohn Wilhelm hatte Friedrich Heinrich stets von den Ge-schäften entfernt gehalten und in monarchischen Principien erziehenlassen. Schon im fünfzehnten Lebensjahre verlobte er ihn noch dazumit der Tochter eines Königs, welcher ein Feind jeder freien Ver-fassung war. Der junge Prinz ward nämlich zur unglücklichenStunde (1641) mit Karl's I. von England Tochter verlobt und bald