Band 
[Fünfzehnter Band.]
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293
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Holland zur Zeit Wilhelm's H. 293

Der Prinz gerieth bei der Nachricht, daß seine Leute vor denThoren Amsterdam's ständen und nicht eingelassen würden, so sehrin Zorn, daß er seinen Hut auf die Erde warf. Sein Vorhabengab er jedoch nicht auf. Er nahm sogar auf die Gegenvorstellungender Tribunale, des Hofes von Holland und des Hofes von Dra-bant, durchaus keine Rücksicht. Er reiste alsbald vorn Haag ab,weil er durch seine persönliche Anwesenheit entweder den Bürgernvon Amsterdam zu imponiren oder die Truppen zu einem Sturmzu begeistern hoffte. Glücklicherweise traf er unterwegs einen ver-ständigen Mann, der ihm die Thorheit seines Beginnens handgreif-lich machte. Der Herr von Beverweert nämlich, ein Anverwandterdes Hauses Oranien, führte den Prinzen auf einen Deich, vonwelchem herab er zugleich das Haarlemcr Meer und den Ausflußdes Meeres, den man das N (Ei) nennt, überschauen konnte, und sagtezu ihm: „Sehen Sie, welcheMasse Wasser! Sticht die heftig er-bitterte Volksmenge den Deich durch, so ertrinken Alle." Dies warso einleuchtend, daß der Prinz sogleich den Herrn von Beverweertersuchte, ihm behülflich zu sein, sich mit Ehren aus dem Handel zuziehen. Zu diesem Zwecke sollte der Herr von Beverweert eilignach dem Haag abgehen und die Generalstaaten zur Absendung ei-ner Deputation bewegen, welche den Prinzen nach dem Haag zurück-riefe, damit dieser auf solche Weise dem erbitterten Volke zeigen könne,daß er in dem einen und dem anderen Falle der Staaisregierunggehorcht habe. Glücklicher Weise fürchteten nicht nur dieselben Amster-damer, welche vorher schon einige Deiche wirklich durchstochen hatten,den Schaden, den das Wasser anrichten könnte, noch mehr, als derPrinz, sondern sie wünschten auch ihres Handels wegen die Be-lagerung um jeden Preis aufgehoben zu sehen und der ihrem Creditnachtheiligen Verbreitung der Nachricht von Unruhen in Amsterdamzuvorzukommen. Wilhelm II. hatte daher das Glück, daß der vonihm begonnene Kampf mit der sehr bedeutenden Provinz Hollanddurch Vermittelung der Generalstaaten auf eine für seine Ehre nichtgerade nachteilige Weise beigelegt wurde. Er traf, noch ehe vonden Generalstaaten ein entscheidender Beschluß über die Hauptsache,die Zahl und Gattung der zu verabschiedenden Truppen und dieRechte der einzelnen Provinzen gegen die Gesammtheit, gefaßt wor-den war, eine freundliche Übereinkunft mit den Amsterdamern.