2N4 Geschichte der neueren Zeit.
Diese war für den Prinzen um so ehrenvoller, weil vorher die Ge-neralstaaten ihn nicht blos zurückgerufen, sondern auch das von ihmmisbrauchte Decret vom Juni aufgehoben und ihm befohlen hatten,die Truppen wieder in ihre Garnisons-Plätze^zurückzuschicken. DieÜbereinkunft mit Amsterdam wurde durch vier Abgeordnete desPrinzen schneller abgeschlossen, als sonst geschehen sein würde, weilder dem Prinzen ergebene gemeine Haufen schon in heftiger Bewe-gung gegen die Aristokratie war. Diese Übereinkunft bestand ausfolgenden Artikeln: „Erstens solle der Prinz in die Stadt einziehendürfen und als Statthalter von Holland im vollen Rathe Audienzerhalten. Zweitens solle die Provinz Holland ihre Rückstände be-zahlen und in Betreff der Verabschiedung der Truppen den Beschlußder Generalstaaten annehmen. Drittens solle der Magistrat vonAmsterdam sich bei den Staaten dahin verwenden, daß alles Ge-schehene vergessen werde." In einem geheimen Artikel ward außer-dem noch festgesetzt, daß der Bürgermeister Bikker und sein Bruder,der Altbürgermeister, aus dem Rathe entfernt und nicht wieder indenselben aufgenommen werden sollten. Sobald Amsterdam gede-müthigt war, fügten sich auch die anderen Städte außer dem kleinenGouda, blos damit der Prinz die verhafteten sechs Deputirten wiederin Freiheit setzen lasse. Diese mußten aber, als sie freigelassen wur-den, gleich den Bikker's, ihre Stellen aufgeben. Diejenigen Provinzen,welche an"dem Zwiste keinen Theil gehabt hatten, wetteiferten, demPrinzen zu danken und die Geschicklichkeit zu rühmen, mit der erdiesen gefährlichen Streit beendigt habe. Die Aristokratie und derwohlhabende Theil der Bürgerschaft aller Provinzen blieb jedoch be-leidigt, und grollte seit dieser Zeit dem ganzen Hause Nassau, welchemdagegen der gemeine Haufen stets ergeben blieb. Der junge Prinzempfand dies bitter. Im Oktober 1650 reiste er nach Geldern, wosein Haus große Privat-Besitzungen hatte und die Ritterschaft zuseinen Anhängern gehörte. Dort erkrankte er an den Blattern. Ereilte nach dem Haag zurück, wo er dann (November 1650) imfünsundzwanzigsten Jahre seines Alters starb.
Wilhelm's II. früher Tod rief große Veränderungen hervor. Erstacht Tage nach demselben nämlich ward sein Sohn, Wilhelm III.,geboren, welcher später zuerst der Retter England's und seiner Ver-fassung und dann die kräftige Stütze des Protestantismus in ganz