Italien zu Mazarln's Zeit. ZÜ9
Lande, und der Herzog selbst ließ sich durch die Unterhandlungender französischen und toscanischen Gesandten mit den Barberinitäuschen. Das ganze Beginnen zerfloß daher wie Schnee vor derSonne. Die Soldaten des Herzogs wurden, weil sie in Unthätig-keit blieben, ganz demoralisirt, und liefen, da sie nicht bezahlt wur-den, aus einander. Aus den in Aussicht gestellten Verträgen wardnichts, und der Herzog kehrte unverrichteter Dinge und ohne Heernach Hause zurück.
Der für das unglückliche Land und die Finanzen des Herzogsgleich verderbliche Krieg, welcher zu gar nichts führen konnte, hörtenoch nicht auf. Schon Ende Mai 1643 fiel Herzog Eduard aufsneue in das päbstliche Gebiet, und zwar in Ferrara, ein. Auch dieBarberini hatten wieder Truppen gesammelt. Diesmal halfenjedoch die Venetianer und der Herzog von Modena dem Gegnerderselben. Den Ersteren traute Herzog Eduard durchaus nicht;denn er sah deutlich, daß sie nur die Gelegenheit benutzen wollten,um auf seine oder des Pabstes Kosten ihr Gebiet zu erweitern.Der Herzog von Modena dagegen stand ihm tüchtig bei. Dieserbrachte sogar den Grafen von Montecuculi, welcher seinVasall war und später die kaiserlichen Heere zum Siege führte,auf jenen kleinen Kriegsschauplatz; er rief denselben aus Deutsch-land zurück, um ihm den Oberbefehl seines Heeres zu übergeben,welches gegen den Kardinal Antonio Barberini im Felde stand.Die Modeneser drangen gegen Bologna vor, wurden aber zumAbzüge genöthigt, weil päbstliche Truppen ins venetianische Gebieteinfielen, während der Großherzog von Toscana ein kleines Heerin den Kirchenstaat schickte. Die Resultate des Kampfes verdienenkeiner Erwähnung. Er würde übrigens noch länger fortgedauerthaben, wenn nicht schon am Ende des Jahres 1643 der alte Pabstso schwach geworden wäre, daß die Barberini sein Ende voraus-sahen und sich deshalb zu Unterhandlungen über einen Friedenwillig finden ließen. Im März 1644 ward in Venedig von denVerbündeten des Herzogs Eduard, unter französischer Vermittelung,ein Frieden geschlossen, vermöge dessen Alles wieder auf den altenFuß gesetzt ward. Kurze Zeit nachher söhnte sich der Herzog vonParma mit dem Pabste aus, der ihn sogar in den Bann gethan