Band 
[Fünfzehnter Band.]
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Geschichte der neueren Zeit.

hatte. Er erhielt gleich darauf auch das Herzogthum Castro indemselben Zustande zurück, in welchem es vorher gewesen war.

Für die allgemeine Geschichte sind diese kläglichen Händel nurdarum wichtig, weil sie dem Kardinal Mazarin Gelegenheit gaben,den französischen Einfluß, nachdem derselbe in Piemont fest gegrün-det war, auch über Mittel-Italien auszubreiten. Frankreich über-nahm nämlich die Bürgschaft für die Erfüllung des abgeschlossenenFriedens; oder mit anderen Worten, der König von Frankreichward ebenso der Schiedsrichter zwischen Venedig, Parma, Modena unddem Pabst, wie er es früher zwischen den savoyischen Prinzen, ihrerSchwägerin und den Spaniern geworden war. Im Juli 1644starb Pabst Urban, und an seiner Stelle ward ein siebenzig Jahrealter Römer, der Kardinal Panfilio, gewählt, welcher als Pabstden Namen Jnnocenz X. annahm. Dieser hatte, wie sich baldzeigte, den Groll, den er gegen die Neffen seines Vorgängers hegte,nicht vergessen, obgleich dieselben zu seiner Erwählung mitgewirkthatten. Der rüstigste von den Barberini's, Antonio, entfloh, als ersah, daß der Pabst seine Feinde begünstige, im September 1645heimlich aus Rom, und begab sich nach Paris, wo Mazarin ihn inSchutz nahm. Schon im folgenden Jahre zwang der Letztere, wiesich unten zeigen wird, den Pabst zur Aussöhnung mit den Barbe-rinis. Dies führt uns auf die inneren Angelegenheiten vonNeapel und Sicilien und auf die BestrebungenMazarin's, denfranzösischen Einfluß auch dort geltend zu machen.

In diesen beiden Provinzen des spanischen Reiches regiertensowohl unter Philipp III., als unter Philipp IV. Vice-Könige,welche durch die königlichen Günstlinge geschickt wurden, und dasihnen unterworfene Land wie einen Schwamm ausdrücken mußten,damit Spanien unablässig Geld, Soldaten und Schiffe erhalte.Der Unverstand und die Härte, mit welcher beide Länder behandeltund zu Gunsten Spanien's ausgesogen wurden, hatten zur Folge,daß dieselben mit Räubern und Banditen angefüllt waren und, alssie den Druck der Steuern nicht länger ertragen konnten, sich gegendie spanische Oberherrschaft auflehnten. Schon in dem Jahre, inwelchem Catalonien und Portugal von Spanien abfielen, bestandenauch in Neapel und Sicilien viele geheime Verbindungen. Diesewurden vom Kardinal Mazarin unterstützt, welcher zugleich den