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Frankreich. Mozart« und seine Gegner.
nicht vergessen, und als Meister in Intriguen und Kabalen jederArt schloß er sich an die Verbindung gegen Mazarin und Annavon Östreich an, sobald sich eine Aussicht zur Wiedererlangung desVerlorenen zeigte.
Es ist hier, wo blos die Beziehung zur allgemeinen Geschichteangegeben wird, nicht möglich, auf die elenden, für die französischeNation und ihre Bildung nur zu wichtigen Kabalen näher einzu-gehen. Wir verweisen deshalb den Freund von Anekdoten undAbenteuern auf den Herzog von St. Aulaire, welcher alle Liebes-geschichten, Eifersüchteleien, Galanterieen, Witze und romanhafteAbenteuer jener Zeit in ein eigenes, auch ins Deutsche übersetztesWerk vereinigt hat, wozu sich ihm in der frivolen Memoiren-Literatur der damaligen Hofdamen und Höflinge Stoff genug dar-bot. Übrigens hat von den schwatzenden und intriguirenden Damender Fronde die Herzogin von Longueville unter den angli-sirten doktrinären Häuptern der neueren Aristokratie fast eben soviele Bewunderer und Lobredner gefunden, als zu der Zeit, wodie GescllschaftSsäle des Hotel Rambouillet für den Mittelpunkteuropäischer Bildung galten (s. Th. XIV., S. 502 ff.). Um unskürzer fassen zu können, wollen wir der Geschichte des bürgerlichenKrieges mit Mazarin und seiner Schützerin nur noch die Erwähnungeiniger Personen vorausschicken, welche in diesem Kriege mit mehroder weniger Glück eine Rolle spielten.
Vor allen Anderen ist der Geistliche zu erwähnen, der durchseine romanhaften Denkwürdigkeiten schon zu seinen Lebzeiten unddann bis auf unsere Tage herab den höchsten Ruhm in dieser Artvon Schriftstellerei erworben hat. Welchen historischen Glaubenübrigens seine Denkwürdigkeiten, in denen der Lüge das Kleid derWahrheit gegeben worden ist, verdienen, und wie vielen Antheil erselbst an der Abfassung derselben hatte, haben wir nicht zu unter-suchen; denn darauf kommt bei historischen Halb-Romanen wenigan. Dieser Geistliche, dem es weder an Geist, noch an der in denSchulen jener Zeiten erlernten Schulgelehrsamkeit, Spitzfindigkeitund Erfahrung im Klopfflechten fehlte, war der Abbe Franz Paulvon Gvndi oder der nachherige Kardinal von Netz. SeineFamilie war einst mit Katharina von Mediciö nach Frankreich ge-kommen und daselbst zu großem Reichthum und Ansehen gelangt.