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Geschichte der neueren Zeit.
Das eine sei das Gewissen für Staatsangelegenheiten, dieses müsseman nach demjenigen einrichten, was Zeit und Umstände forderten;das andere Gewissen sei für Privat-Sachen, dieses müsse manrespectiren."
Ein neuer, noch heftigerer Streit entstand gegen das Ende desJahres 1647, als Emery, um Geld zu erhalten, die Zahl derMaitres des Requötes, welche ihre Stellen bezahlten, bedeutend zuvermehren gedachte, und außerdem einem großen Theile der Parla-ments-Räthe den Besitz ihrer Stellen, die sie hätten aufgeben sollen,auf vier weitere Jahre zusichern wollte, wenn sie dafür währenddieser Zeit auf ihren Gehalt verzichteten. Nicht blos jene Beamtenprotestirten gegen ein solches Verfahren, sondern es weigerte sich zugleicher Zeit auch ein großer Theil der Bürgerschaft von Paris,die ihm durch die Edicte auferlegte Steuer zu bezahlen. Als manGewalt brauchen wollte, wurde Sturm geläutet, der Pöbel trieb dieSoldaten zurück, und der Präsident Thors, Emery's Sohn, entgingder Wuth desselben nur mit genauer Noth. Die Königin beharrteauch bei dieser Gelegenheit auf ihrer spanischen Verachtung derStimme des Volkes und des Parlaments, während dagegen Emeryund Mazarin sich sehr schwach zeigten. Sie ließ in verschiedenenQuartieren der Stadt Truppen vertheilen. Als ihr jedoch dieStadtobrigkeiten anzeigten, daß die ganze Bürgerschaft im Begriffesei, die Waffen zu ergreifen, zog sie die Soldaten wieder zurück.Das Parlament suchte sich damals das Ansehen zu geben, als wennes nicht für seine Vortheile allein, sondern auch für die Milderungdes auf dem Volke lastenden Druckes kämpfen wolle. Die Steuer-kammer, der sogenannte große Rath und die Rechnungskammerversprachen sich unter einander, für die Erleichterung des Volkesund die Beseitigung des allgemeinen Elendes zu arbeiten. Ver-gebens suchte der Hof die sämmtlichen Kammern vom Beitritte zudieser Verbindung durch Gewährung besonderer Vortheile abzuhalten.Das ganze Parlament vereinigte sich, um, wie es hieß, zu berath-schlagen, auf welche Weise künftig für das Wohl des ganzen Staates,sowie für das der Einzelnen am besten gesorgt und die Misbräucheabgeschafft werden könnten. Über die Ausführung sollten je zweiDeputirte von jeder Kammer im Saale des heiligen Ludwig be-rathschlagen. Dieser Beschluß vom 13. Mai 1648 war trotz aller