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Frankreich, Mazarin und die Fronde.
juristischen Spitzfindigkeiten, mit welchen er bemäntelt ward, offenbarder bestehenden Verfassung entgegen und eine Anmaßung des Par-laments. Auch damals erwarb sich der Präsident Mole aufs neuedas große Verdienst, daß er ohne Soldaten und Polizei, blos durchseine Würde und seinen richterlichen Ernst das Volk von Gewalt-thätigkeiten abhielt; die Heftigkeit der Königin verdarb aber Alleswieder, was er gut gemacht hatte. Sie glaubte das königlicheRecht, von welchem sie träumte, nach spanischer Weise geltendmachen zu können und zu müssen. Sie zog daher in feierlichemGepränge mit ihrem neunjährigen Sohne ins Parlament, um vondem Kinde das Registriren mehrerer finanziellen Verordnungendiktatorisch befehlen zu lassen. Bei dieser königlichen Sitzung gabder General-Advokat Talon, obgleich er sonst für die Regierungarbeitete, einen Beweis von der alten biederen französischen Frei-müthigkeit, welche später ganz verschwand. Er sagte der Königinvor der glänzenden Versammlung und in einem Tone, welcher erstin den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder in Ge-brauch kam, Wahrheiten, die ihm heutiges Tages sogar in konsti-tutionellen Staaten leicht eine Zuchthausstrafe zuziehen würden*).Seine mit Würde und Pathos an das religiöse Bewußtsein derKönigin gerichteten Worte machten auf diese einen tiefen Eindruck;Mazarin verwischte aber denselben bald durch den boshaften Sinn,den er den Worten des General-Advokaten unterschob. Er wußtedie Königin sowohl gegen Talon, als auch gegen die insltres ckesreguStes aufs neue und noch heftiger als früher zu erbittern. Sieließ darauf die Letzteren ins Palais Royal rufen, in welchem siedamals residirte, und ihnen dort in Gegenwart des ganzen Hofesdurch den Kanzler Seguier einen derben Verweis geben. Ja, alsihr die lange Rede des Kanzlers nicht derb genug zu sein schien,
*) II N6 r68tk I>lus, sagte er der König!» ins Gesicht, L vos inlc»tuno88isiets lzuv 1sur8 am«8, pnreerzu'il8 ii'ont pu etrs v«nllu8 ä Hosn.Dann beschwört er sie rührend und kräftig, sich am Abend, wenn sie in ihrerHaus-Kapelle sei, zu erinnern, daß sie über ein freies Volk, nicht über Sklavenherrsche, und daß Lorbeeren und Palmen nicht die Früchte wären, von welchenUnglückliche leben könnten, die jetzt schon zehn Jahre lang zu Grunde ge-richtet würden.