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Holland zu Ludwig's XIV. Zeit.
gibt uns über die schändliche Treulosigkeit, mit der sich König Karl,als er seine Flotte sür die Franzosen ausrüsten ließ, gegen Hollandund sogar gegen seinen eigenen Gesandten benahm, Arlington inseinen Briefen ganz genauen Aufschluß.
Die von England und Frankreich her drohende Gefahr traf dieHolländer ohne Landheer und ohne Bundesgenossen. Es gab näm-lich zwar ein holländisches Heer; dieses verdiente aber nicht denNamen einer Armee. Ganze Regimenter hatte man unvollzähliggelassen, und die Soldaten waren weder eingeübt, noch an Dis-ciplin gewöhnt, weil die Obersten und Hauptleute sich dadurch be-reicherten, daß sie den Sold für die fehlende Mannschaft einsteckten,und weil man den Soldaten erlaubte, irgend ein Geschäft oderGewerbe neben dem Dienste zu treiben. Überdies hatte man dieOfficiere ohne alle Rücksicht auf Fähigkeit aus den ^Verwandtenund Schützlingen der Mitglieder der herrschenden Partei gewählt.Bundesgenossen hatten sich zwar die Generalstaaten verschafft; Lud-wig sorgte aber dafür, daß dieselben ihnen nichts nützen konnten.Diese Verbündeten der Holländer waren der Kurfürst von Mainz,Johann Philipp von Schönborn, und Herzog Franz von Lothringen.Sie hatten sich durch einen zu Mainz geschlossenen Vertrag ver-bindlich gemacht, ein von Holland zu bezahlendes Heer, welchesdreizehntausend Mann stark sein sollte, zwischen Rhein und Maasaufzustellen. Dies verhinderte aber König Ludwig, welcher ebensowenig, wie in neuester Zeit Bonaparte, von einem Rechte desSchwächeren gegen den Stärkeren etwas wissen wollte. Er ließ imSeptember l671 durch den Marschall Crequi das ganze HerzogthumLothringen so schnell besetzen, daß der unglückliche Herzog Franzsich kaum der Gefangenschaft durch die Flucht entziehen konnte.
Ludwig selbst wußte durch sein Geld sich Bundesgenossen zuverschaffen. Zu diesen gehörte außer dem Könige von England dieschwedische Regierung, welche für ihn leicht zu gewinnen war, weildie vornehmsten der in Schweden herrschenden Aristokraten einenAufwand machten, der sich mit ihrem Vermögen allein nicht be-streiten ließ. Nach Rühs hatten manche Edelleute des armenschwedischen Reiches in jener' verhältnißmäßig armen Zeit jährlichsechszig- bis siebenzigtausend Thaler nöthig; sie mußten also schlechter-dings fremde Unterstützung annehmen. Ludwig schickte im August