4^8 Geschichte der neueren Zeit.
1671 seinen Minister Pomponne nach Schweden, und dieserbrachte durch diplomatische Künste und durch freigebig ausgetheilteGaben den schwedischen Ncichsrath zum Abschlüsse eines Bundes-vertrages. Schweden übernahm in demselben auf drei Jahre dieVerpflichtung, jeden deutschen Reichsfürsten zu bekriegen, der inLudwig's holländischem Kriege den Generalstaaten Beistand leistenwürde; dagegen versprach Frankreich, nicht nur der schwedischenRegierung eine jährliche Subsidie von sechsmalhunderttausend Thalernzu bezahlen, sondern sie auch für jeden Verlust, den sie durch ihreHülfe erleiden würde, schadlos zu halten. Dieser Vertrag, welcherhauptsächlich gegen den Kurfürsten von Brandenburg gerichtet war,wurde im April 1672 unterzeichnet, in demselben Augenblicke, alsLudwig sein Kriegs-Mamfest gegen die Niederländer erließ. WelcheMittel man angewandt hatte, um die schwedische Regierung zumAbschlüsse des Vertrages zu bewegen, kann daraus ersehen werden,daß die Gemahlin des Reichsrathes Steen Bielke, welcher in Ver-bindung mit seinem Collegen de la Gardie denselben zu Standegebracht hatte, für ihren Antheil daran eine mit Diamanten besetztegoldene Dose, viertausend Thaler an Werth, erhielt.
Auch die kaiserlichen Minister Lobkowitz, Auersberg undLamberg, welche theils zu gleicher Zeit, theils nach einander denfrommen und gelehrten Kaiser Leopold I. unbedingt leiteten, ver-kauften ihren Herrn fast um dieselbe Zeit, als die schwedischenReichsräthe sich durch Geld bestechen ließen. Sie bewogen denKaiser zu einem im November 1671 geschlossenen geheimen Ver-trage mit Frankreich, in welchem er sich für den Fall, daß Ludwigmit England, Schweden oder den Niederlanden in Krieg gerathensollte, verpflichtete, keinen dieser Staaten zu unterstützen. EinenMonat früher hatte Ludwig mit dem zwanzig Jahre zuvor katholischgewordenen Herzog Johann Friedrich von Hannover und mitdessen Bruder, dem evangelischen Bischof Ernst August von Osna-brück, ein Bündniß geschlossen. Auch der Bischof Bernhard vonMünster hatte ein Heer aufgestellt, um gleich den Franzosen indie Niederlande einzufallen.
Die für Diplomaten sehr wichtige Geschichte des Heeres vonDiplomaten, durch welches König Ludwig überall die Fürsten undFürstendiener bearbeiten und bestechen ließ, übergehen wir ganz,