Band 
[Fünfzehnter Band.]
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528 Geschichte der neuere» Zeit.

anfangs einen erbärmlichen Brief an den König, der ihns tödtlichhaßte, bat nm Gnade, schob alle Schuld auf seine Freunde, undversprach, wenn er eine Audienz erhalte, diese zu verrathen. Jakobwar niederträchtig genug, diese Audienz zu gewähren, obgleich erim Voraus entschlossen war, den Herzog nicht zu begnadigen.Vergebens warf dieser sich zweimal dem Könige zu Füßen undflehte mit Thränen um Gnade; Jakob entließ ihn mit dem Bescheid,daß er durch die Annahme des Königs-Titels die Begnadigungunmöglich gemacht habe. Bekehrt hätte er ihn gern. Er erinnerteihn deshalb auch daran, daß er seinen ersten Unterricht bei denVätern des Oratorium's in Paris erhalten habe, und fragte ihn,ob er nicht, um katholisch zu sterben, den Beistand eines katholischenPriesters wünsche; Monmouth wollte sich aber nur unter der Be-dingung, daß er begnadigt werde, bekehren lassen. Auch LordGrey hatte eine Audienz »beim Könige. Er zeigte sich fest undmännlich, ohne grob zu sein, denuncirte niemand und bat nichtum Gnade. Er ward dem Gerichte übergeben und von diesemzum Tode verurtheilt, erhielt aber vom Könige Begnadigung.Monmouth war schon früher vom Parlament als Hochverrätherverurtheilt worden; der König hatte also nur den Befehl zu er-theilen, daß dieses Urtheil innerhalb zweimal vier und zwanzigStunden vollzogen werden solle. Monmvuth's Hinrichtung wardurch die Ungeschicklichkeit des Scharfrichters so gräßlich, daß diesernur mit Mühe aus den Händen der erbitterten Volksmasse gerettetwerden konnte, und daß seit jener Zeit der Namen des ungeschicktenScharfrichters (John Ketch), welcher früher auch dem Lord WilliamNussel ein grausames Ende bereitet hatte, ein Beinamen allerHenker geworden ist. Übrigens soll Monmouth selbst den Scharf-richter dadurch außer Fassung gebracht haben, daß er, als er seinHaupt auf den Block legte, ihm zurief, er möge ihn nicht wie einstden Lord Rüssel zerfleischen.

Jakob hatte gleich nach seiner Thronbesteigung das dreifacheGlück, daß er ein sehr gefälliges Parlament erhielt, daß zwei seinerHauptgegner ihm muthwilliger Weise Gelegenheit gaben, seineFeinde zu vernichten, und daß sowohl das Parlament als dieGerichte einen eben solchen allgemeinen Schrecken über das ganzeReich verbreiteten, wie er in Frankreich zur Schreüenszeit verbreitet