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Geschichte der »eueren Zeit.
erhielten aber bald Verstärkung von ihren Landsleuten, stürmtenhierauf Crequi's Palast, zerschlugen die Fenster desselben, undschössen sogar nach dem Herzoge, als dieser auf dem Balkon er-schien. Da die päbstliche Polizei zögerte, die Sache strenge zubestrafen, so reiste der Gesandte von Rom ab und begab sich nachPisa; König Ludwig aber ließ den päbstlichen Nuntius an seinemHofe unter militärischer Bedeckung an die Grenze von Savoyenbringen. Zugleich bat Ludwig den König von Spanien, einemfranzösischen Heere von achtzehntausend Mann den Durchmarschdurch das Mailändische zu gestatten. Er wolle, erklärte er, Castro,Nonciglione und die Thäler von Comacchio den Herzögen vonParma und Modena, denen sie von den Päbsten entrissen wordenwaren, wieder verschaffen und die Anstifter der seinem Gesandtenangethanen Beleidigung aus Nom sagen. Außerdem mußte nochdas Parlament von Provence dem Pabste als Herrn von Avignonund Venaissin den Proceß machen und ihn dieser Herrschaftenverlustig erklären. Da weder der Kaiser, noch der König vonSpanien sich des Pabstes annehmen wollte oder konnte, so mußtedieser im Februar 1664 einen Vertrag unterschreiben, welcher dergerühmten Großmuth Ludwig's wenig Ehre macht. Alexanderward nämlich zuerst zu dem Versprechen gezwungen, daß er dieHerzöge von Parma und Modena abfinden wvlle. Außerdem mußteer den Korsen in Rom eine Schandsäule setzen, lassen, und sie fürunfähig erklären, dem Pabste je wieder zu dienen. Endlich mußtenoch sein Bruder, der Kardinal Mario Chigi, nicht nur schriftlicherklären, daß er an Allem, was seit dem Monat August 1662 inRom geschehen sei, keinen Antheil gehabt habe, sondern er mußteauch zugleich mit dem Kardinal Jmperiali nach Paris reisen, unddort mit einer ihm vorgeschriebenen Formel um Verzeihungbitten.
Ernstlicher und bedeutender war Ludwig's Streit mit Inne-re uz XI. (Benedict Odeschalchi), Alerander's drittem Nach-folger; denn dieser Streit ward die Veranlassung, daß derselbeKönig, der sich durch seine Maitressen und seinen Beichtvater zuunerhörten Verfolgungen gegen die Protestanten und gegen diefrömmsten und gelehrtesten Katholiken (die Jansenisten) treiben ließ,mit dem Haupte seiner Kirche gänzlich zerfiel. Jnnocenz XI. war